Unterschiede zwischen dualer und Neuer Energie

Lass uns nun einen Blick darauf werfen, wie sich die Unterschiede zwischen alter, dualer Energie und Neuer, integrierter Energie im täglichen Leben zeigen. Wie kannst du in deinem Alltag integrierte Energie für dich nutzen?
Selbstverständlich kann ich nur ein paar Beispiele zeigen, die ich bis jetzt selbst erfahren habe. Aber es geht ja gar nicht um eine vollständige Liste (die auch unmöglich wäre), sondern darum, dass du dein Gespür für Neue Energie entwickelst und selbst deine Erfahrungen damit machst.

Diskutieren vs. austauschen

In einer Diskussion legen die Teilnehmer ihre Standpunkte und Meinungen dar, sie zeigen ihr Wissen (der Ebene 1 und 2) und diskutieren darüber, wessen Standpunkt der bessere und der richtigere ist. Das ist ziemlich unsinnig, denn bewusste Menschen wissen, dass jeder immer recht hat. Der Standpunk jedes Teilnehmers wird geschärft, er lernst sich dabei selbst besser besser kennen. Er hat einen oder mehrere Spiegel. Selbst eine sehr zivilisiert geführte Diskussion ist Krieg, bloß ohne Waffen und ohne körperliche Verletzungen. Eine Diskussion ist Konfrontation.

In der integrierten Energie diskutieren Menschen nicht, sondern sie tauschen sich aus. Ein Mensch erzählt, was er erlebt und erfahren hat. Der andere korrigiert das nicht, denn es gibt kein Richtig und Falsch. Stattdessen teilt er genauso seine Erfahrungen und Erkenntnisse. Vielleicht geht der eine auf die Erfahrungen des anderen ein und fragt nach, oder teilt zum selben Thema seine Erfahrungen, vielleicht aber auch nicht. Im Austausch gewinnen alle Beteiligten, sie werden reicher um die Erfahrungen und Erkenntnisse der anderen.

Stell dir vor, du und ich gehen miteinander ins Kino und schauen uns einen Film an. Nach der Vorstellung reden wir über den Film. Wenn wir diskutieren, bewerten wir die Charaktere, die Handlung, die Musik, die Regieführung usw. Unsere Bewertungen sind natürlich verschieden, und schon befinden wir uns in einem Streitgespräch. Wenn wir uns austauschen, erzählst du, wie der Film auf dich gewirkt hat, was du dabei empfunden hast, was er in dir ausgelöst hat und was du dabei erlebt hast. Und ich tue dasselbe. Da ist kein Platz für Diskussion oder Rechthaberei.

Achte einfach in deinen Gesprächen darauf, ob du diskutierst oder dich austauschst. Du brauchst das nicht oft und nicht lange tun, du wirst merken, dass du sofort spürst, wenn du dich in einer Diskussion befindest.

Selbstbeobachtung vs. Selbstausdruck

Viele Menschen beobachten sich gerne selbst, besonders die, die sich irgendwie weiterentwickeln möchten. Aber ich glaube, dass jeder Mensch Phasen hat, in denen er sich selbst beobachtet. In der Selbstbeobachtung möchte der Mensch etwas über sich in Erfahrung bringen, also bewusster werden. Diese Menschen benutzen sich selbst als Spiegel. Sie stellen einen Teil von sich quasi außerhalb von sich selbst, der die Aufgabe hat, sie zu beobachten und gleichzeitig zu berichten, was er sieht.

Ich habe das natürlich auch lange gemacht, zeitweise kann das sogar zur Sucht werden. Ich habe auch etwas über mich erfahren, aber das war über lange Zeit wenig, und noch dazu sehr verzerrt bis total falsch. Denn der Beobachter, den wir kreieren, ist ein Kind des Verstandes, nicht wahr? Er gibt uns zurück, was der Verstand zu sehen vermag, und das ist eben begrenzt oder überhaupt verkehrt. Dabei spreche ich hier nur von Beobachtung, eine Selbstanalyse führt ins totale Desaster.

Der Selbstausdruck hingegen ist angewandte Neue Energie. Als ich begonnen habe, mich selbst auszudrücken, habe ich mich in sehr kurzer Zeit enorm gut kennengelernt. Und dabei habe ich auch gesehen, wie wenig und wie falsch ich mich durch die Selbstbeobachtung kennengelernt hatte. Ich hatte damals begonnen, Tagebuch zu schreiben und bin bei fast jedem Eintrag aus dem Staunen nicht herausgekommen. Ich habe erlebt, was ich (göttlicher Teil) mir (dem menschlichen Teil) alles zu sagen hatte.

Wenn du beim Selbstausdruck deine Gedanken und Emotionen ausdrückst, bleibst du in der Wiederholung deiner menschlichen Ansichten und Erlebnisse. Das bringt nichts. Drücke aus, was du im Herzen fühlst! Und dann kommst auch du aus dem Staunen nicht heraus. Das ist die Schnellstraße zur Erleuchtung. Wie du dich ausdrückst, ist egal. Du kannst reden oder schreiben oder singen oder malen oder … Du kannst dich auch durch dein Äußeres ausdrücken. Kleide oder schminke dich jeden Tag so, wie du dich gerade fühlst. Es muss dir dabei natürlich egal sein, wie deine Erscheinung anderen gefällt. Nur die Entsprechung zu deinem Herzensgefühl ist wichtig.

Sehnen und streben vs. akzeptieren

Sich nach etwas zu sehnen und nach etwas zu streben hat die duale Energie erzeugt. Das kann also nicht unsere innere Haltung sein, wenn wir mit integrierter Energie spielen wollen. Unglücklicher Weise sind Sehnen und Streben sehr tief sitzend und sehr weitreichend. Seit wir Zuhause verlassen haben, kennen wir nichts anderes, als uns nach etwas zu sehnen und nach etwas zu streben. Es ist uns längst nicht mehr bewusst, dass wir uns im tiefsten Inneren letztlich nach Zuhause sehnen und danach streben, dorthin zurückzukehren.

Sehnen und streben ist unsere Antriebsfeder für alles. Wir werden tätig, weil wir uns nach einem anderen Zustand sehnen als dem jetzigen, wir streben immer irgendwohin. Zu mindestens 95% unserer Zeit befinden wir uns in der Haltung des Strebens – solange wir uns im dualen Bewusstsein und der dualen Energie befinden. In dieser Haltung können wir nicht mit Neuer Energie arbeiten.

Ich sehe es bildlich vor mir, fast zum Angreifen, wie der sehnende, strebende Mensch ein dickes Gummiband festhält, das ihn mit dem, wonach er strebt, verbindet. Und irgendwann lässt er es los. Schwuuuppp!!! Und jetzt ist er nur noch … er selbst. Und genau das muss er sein, genau dort muss er hin.
Ich erinnere mich daran, als ich vor vielen Jahren plötzlich zu mir sagte: „Wenn ich alle meine großen Wünsche loslasse, dann bin ich ja nicht mehr ich!“ Genau! Dann bin ich nicht mehr (nur) dieses menschliche Selbst, dass sich (zu einem großen Teil) über seine Wünsche, Vorstellungen und Sehnsüchte definiert. Dieser Teil von mir stirbt dann. Was dann kommt, ist sehr anders und viel großartiger.

Wenn du alles akzeptierst, so wie es in diesem Moment gerade ist, hast du aufgehört, dich nach etwas anderem zu sehnen. Genau dieses Akzeptieren fällt fast allen Menschen, oft sogar erleuchteten, unendlich schwer. Und in dieser Akzeptanz kannst du mit integrierter Energie spielen und Dinge erleben, die du noch nie erlebst hast. Im Streben kann Neue Energie nicht wirken, es steht ihrem Konzept entgegen. Im Akzeptieren hast du alle Unterstützung der Neuen Energie.

Also schärfe dein Gewahrsein für deine innere Haltung. Bist du – in beliebigen Situationen – im Modus des Sehnens oder im Modus des Akzeptierens?

Anstrengung vs. Spiel

Eine direkte Folge des Sehnens und Strebens ist die Anstrengung. Wir wollen etwas erreichen und strengen uns an, um es zu bekommen. Wir verwenden Mühe und Aufwand. So erschaffen wir in der alten Energie. Wir streben nach etwas und strengen uns an, es zu erreichen. Ob körperlich oder geistig ist egal, es ist dasselbe Prinzip. Diese Anstrengung richtet duale Energie auf ein Ergebnis aus.

Wenn du nach nichts strebst und dich und den jetzigen Moment akzeptierst, gibt es keinen Grund für dich, dich anzustrengen. Du willst ja nichts erreichen. Und dann beginnst du zu spielen, völlig frei, ohne Regeln. (Regeln sind übrigens angewandte duale Energie.) Du spielst also nicht wie Erwachsene, die kein Spiel ohne Regeln kennen, sondern wie ganz kleine Kinder. Das Spiel der kleinen Kinder hat nur einen Zweck: dieses Leben auf der Erde zu erfahren.

Du spielst also um des Spielens Willen, weil du Spaß haben und Freude ausdrücken und erleben willst. Du hast dabei keinerlei Agenda, dein Spiel ist völlig offen. Und genau da bist du zu 100% in der Neuen Energie, die jede Menge überraschende Spielverläufe für dich bereit hält. Du musst hier gar nichts steuern, die Dinge geschehen einfach.

Natürlich, wenn du gerade Lust verspürst, zuhause alle Möbel neu anzuordnen, dann strengst du dich dabei körperlich an. Aber du merkst schon, dass ich eingangs mit Anstrengung etwas anderes gemeint habe. Und diese Art von Anstrengung fühlt sich auch nicht anstrengend an, nicht wahr? Von Zeit zu Zeit die Möbel umzustellen bringt auch wieder frischen Wind in dein Leben.

Ich möchte darauf hinweisen, dass du überall spielen kannst. Du kannst an deinem Arbeitsplatz spielen, mit deinen Freunden und Bekannten, beim Kochen, beim Friseur … überall.

Wiederholung vs. Intuition

Das duale Leben besteht aus Wiederholungen. Jeden Tag zur selben Zeit aufstehen und zur selben Zeit schlafen gehen und im Wesentlichen dieselben Dinge verrichten. Am Wochenende sieht es etwas anders aus, aber das wiederholt sich auch Woche für Woche. Manche Dinge tut man im Monatsrhythmus, manche im Rhythmus der Jahreszeiten und manche im Jahresrhythmus. Alles verläuft in Zyklen und Mustern, und alles in allem gibt es außerhalb von ständigen Wiederholungen nicht sehr viel. Das ist wunderschöne duale Energie.

Die meisten Menschen lieben einen geregelten Tagesablauf, ich verabscheue dergleichen. Der Umstand, dass es Tag und Nacht gibt, bedeutet für mich nicht, dass ich bestimmte Tages- und bestimmte Nachtaktivitäten habe. Ich schlafe, wenn ich müde bin, und stehe auf, wenn ich ausgeschlafen bin. Ich esse, wenn ich hungrig bin und höre damit auf, wenn ich satt bin. Welche Tageszeit auch gerade sein möge.

An die Stelle der Wiederholung tritt in der integrierten Energie die Intuition. Wenn du still bist und dich nicht mit Wiederholungen ablenkst, sagt dir deine Intuition recht schnell, worauf du gerade Lust hast. Und das tust du dann. Auf diese Weise befindest du dich im Fluss der Neuen Energie, und der wiederholt sich nicht und ist nie langweilig.

Umgekehrt sind Muster und Wiederholungen der Tod der integrierten Energie bzw. lassen sie von vornherein gar nicht wirksam werden.

Anspannung vs. Entspannung

Duale Energie ist Spannung, es gibt immer Plus und Minus. Die Haltung des Menschen im dualen Bewusstsein ist Streben, und er strengt sich an. Mit anderen Worten, wir sind fast ständig angespannt, mal mehr und mal weniger. Welch ein Glück, das wir täglich etliche Stunden schlafen! Im Schlaf fällt die Anspannung weg, der Körper kann sich regenerieren und ausgleichen, er kann einen Teil der Anspannung loslassen.

Entspannte Menschen, vor allem erleuchte, brauchen viel weniger Schlaf, denn der Körper an sich braucht nur wenige Stunden Schlaf täglich und kann problemlos auch mehrere Tage ohne Schlaf auskommen.

In angespannter Haltung spielst du nur mit dualer Energie. Also achte bewusst auf deine Entspannung. Am einfachsten geht das mit bewusstem Atmen; nur atmen, sonst nichts. Oft genügen wenige Minuten, bei geübten Menschen genügt vielfach ein einziger, bewusster Atemzug.

In entspannter Haltung kannst du vortrefflich mit integrierter Energie spielen. Wenn du dann einfach nur spielst, ohne Agenda, und offen für neue Erfahrungen bist, dann bist du mitten drin in der Neuen Energie. Und dann lass dich überraschen von ihrer Wirkungsweise.

Zusammengefasst kann ich die Sache auf einen Punkt bringen:

Das menschliche Selbst lebt in der dualen Energie, die integrierte Energie ist das neue Spielzeug für das göttliche Selbst. Dein menschlicher Aspekt besteht aus Vorlieben, Neigungen, Meinungen, Emotionen, Wünschen, Zielen, Sehnsüchten, und es agiert aus dem Verstand. Dein göttlicher Aspekt besteht aus Begeisterung, Leidenschaft, Spieldrang, Neugier, Freude, und er agiert spontan aus Intuition. Ziele, Wünsche und Sehnsüchte kennt es nicht. Wenn du dir das vor Augen hältst, siehst du immer klarer den Unterschied zwischen dualer und integrierter Energie.

Und erinnere dich immer wieder daran, dass du beides bist! Du bist das Ganze, das eine göttliche und eine menschliche Facette hat. (Und auch noch viele andere.) Und du entscheidest, mit welcher Energie du spielen willst. Es ist einfach nur eine Entscheidung. Wenn du dich für die Neue Energie entscheidest, wirst du wahrscheinlich einige Überraschungen erleben, die deinem menschlichen Aspekt nicht so gut gefallen. Aber du hast dich ja schon vor langem für die Erleuchtung entschieden, da ist dein menschlicher Teil Missfallen schon gewöhnt. wink

Beitrag des Moments

Als wir alle noch zuhause waren in der Einheit, gab es keine Energie. Wir waren zwar auch damals nicht wirklich eins, aber wir befanden uns in einer Einheit, innerhalb eines großen Bewusstseins. Tobias nannte dies den Ersten Schöpfungskreis. Der Einfachheit halber übernehme ich diesen Ausdruck.