Zeitqualitäten, Prognosen, Energiewellen

Rund um den Jahreswechsel, der ja nun schon etwas zurück liegt, ist Hochsaison für viele Menschen, die etwas zu den Zeitqualitäten des kommenden Jahres zu sagen haben. Und Hochsaison für eine große Zuhörerschaft, die begierig ist, etwas über die Zeitqualitäten zu erfahren. Grund genug für mich, auch etwas zu diesem Thema zu sagen.

Vor ca. drei Wochen habe ich mir ein paar solche Zeitqualitäten angehört. Die einen sagen, 2019 sei das Jahr, in dem es um das große Ganze geht, wo jeder sein egohaftes Denken zurückstellen und sich fragen muss, was er zum Wohl der Menschheit beitragen kann. Die nächsten sagen, dass 2019 alle Masken fallen werden. Wieder andere sagen, dass 2019 alle Menschen einer bestimmten Gruppe ihre Erleuchtung erfahren werden.

Das ist alles natürlich stark verkürzt dargestellt. Bemerkenswert ist allerdings, das alle „Seher“ andere Zeitqualitäten sehen. Den Anhängern bestimmter Gruppen oder Personen fällt das natürlich nicht auf, denn sie schauen ja nur auf eine Gruppe oder Person. Interessanter Weise fällt ihnen auch nicht auf, dass die Zeitqualitäten des letzten und vorletzten Jahres sich in ihrem eigenen Leben nicht widergespiegelt haben, und heuer werden sie das auch nicht tun. Es sei denn, sie versuchen mit ihrem Verstand, alle Ereignisse in Richtung der aktuellen Zeitqualität zu interpretieren.

Mir geht es aber eigentlich nicht um die Vielfalt der angebotenen Zeitqualitäten, sondern um das Bewusstsein der Weissager und ihrer Zuhörer. Was passiert, wenn ich Zeitqualitäten ernst nehme und mich womöglich sogar an ihnen orientiere? Ich erschaffe mir damit eine Menge Ausreden. Ausreden, warum ich in diesem Jahr dieses oder jenes nicht tue oder tun sollte. Ausreden, warum gerade alles so kompliziert und chaotisch ist. Ausreden, warum mir nichts Vernünftiges gelingt. Ausreden, warum so vieles in die Brüche geht. Was soll ich denn tun? Die Zeitqualität ist eben so!

Das Grundgefühl, das ich beim Orientieren an Zeitqualitäten habe, ist, dass es da objektive, externe Größen gibt, die ich zu berücksichtigen habe. Seien es besondere Chancen oder besondere Herausforderungen. Aber sie sind gegeben. Oder sollte ich besser sagen, vorgegeben? Da ist etwas Externes. Mit anderen Worten, ich bin ein Opfer. Wieder einmal. Ich bin nicht Schöpfer, ich kann nicht in jedem Moment erleben und erschaffen, was ich will. Nein, ich muss mich nach den Zeitqualitäten richten. Wer erschafft die eigentlich? Hm …

Dieses Spiel mit den Zeitqualitäten verfestigt also immer mehr das Opferbewusstsein aller Beteiligten. Sowohl das der Weissager als auch das der Zuhörer. Die Weissager betreiben das mit großer Ernsthaftigkeit. Mir kommt vor, dass sie zumindest in der Zeit, in der sie ihre Weissagungen von sich geben, selbst glauben, was sie sagen. Das macht sie Sache für die Zuhörer natürlich umso glaubwürdiger.

Das Spiel wird natürlich fortgesetzt und verfestigt. Viele Weissager veröffentlichen Zeitqualitäten auch für das kommende Monat, die natürlich auch ihre Anhänger finden. Und oft gibt es die Qualitäten sogar wöchentlich und täglich. Sehr gut! Da können dann die Anhänger gänzlich die Verantwortung für ihr Leben abgeben und sich in die Opferwiege legen.

Prognosen aller Art sind fast dasselbe wie Zeitqualitäten. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass Zeitqualitäten eher die Potentiale der kommenden Zeitperiode in den Vordergrund stellen, während Prognosen mehr (vermeintlich) tatsächliche Ereignisse in Aussicht stellen.

Was habe ich schon für Prognosen gehört! Und immer wieder bin ich fasziniert vom Kurzzeitgedächtnis der Adressaten. Es scheint wirklich niemand zu interessieren, dass die Prognose des letzten Jahres genauso wenig eingetroffen ist wie die des vorletzten Jahres usw. Hauptsache, sie kriegen heuer wieder eine Prognose, an die sie fest glauben.

Alle spirituellen Gruppen spielen dieses Spiel, wirklich alle. Überall werden Aussagen zur Zeitqualität gemacht und Prognosen erstellt. Ich verfolge das seit über zehn Jahren und habe nur Abstruses gesehen. Irgendwelche angebliche Zeitqualitäten und keine einzige Prognose, die auch nur annähernd ins Schwarze getroffen hätte. Die Menschen lieben es einfach zu sehr, ihre Opferrolle um jeden Preis weiterzuspielen. Dann und wann habe ich aus manchen Ecken gehört, dass eine erstellte Prognose nicht eingetroffen sei, weil die Menschen sich anders entschieden hätten. - Ah! Wie bemerkenswert! Können wir am Ende doch selbst entscheiden?

Aber wem die Opferrolle durch Zeitqualitäten und Prognosen noch zu wenig ist, der hört sich an, welche Energiewellen in nächster Zeit auf die Erde zuströmen. Es gibt da ein paar Gruppen, die das bis zum Exzess machen. Da kommt im April eine neue Welle, die viel Chaos bringt, und im August eine, die dann Klärung bringt. Oft wird sogar das genaue Datum der einzelnen Wellen angegeben.

Endlich kann ich das totale Opfer sein! Gegen Energiewellen bin ich wirklich machtlos. Ich kann mich schon einmal darauf einstellen, dass der April ein schwieriges Monat wird. Aber dafür kann ich mich auf den August freuen, da wird alles klar und leicht. Hoffentlich stelle ich am Jahresende nicht fest, dass sich wieder nichts in meinem Leben geändert hat. Naja, auch egal, die nächste Energiewelle kommt bestimmt.

Die Weissager der Lichtwellen behaupten gerne, dass bestimmte Dinge vor der letzten Welle xy gar nicht möglich waren, dass sie erst jetzt möglich sind. Da wird zB gesagt, dass es letztes Jahr noch gar nicht möglich war, völlig frei zu erschaffen und zu leben. Erst die letzte Lichtwelle habe das ermöglicht. Und alle Opfer rundherum sehen nicht, dass genau dieselben Weissager genau denselben Unsinn vor zehn Jahren auch gesagt haben. Wirklich, ich hab‘s mir angeschaut.

Ich möchte noch einmal betonen, worum es mir bei diesem Blogeintrag geht: Ich sehe bei dem ganzen Thema nur Menschen, die darauf bestehen, weiterhin als Opfer zu leben. Heute nennen sie das, wem sie ausgeliefert sind, nicht Gott, sondern Zeitqualität oder Energiewelle. Aber es muss unbedingt etwas Externes geben, das die Lebensbedingungen vorgibt.

Natürlich war die Zeit vor 500 Jahren anders als heute. Aber woran liegt das? Wer hat das gemacht? Wir haben das gemacht, jeder einzelne von uns. Jeder Mensch, der zu irgendeiner Zeit gesagt hat „Ich glaube das nicht. Ich fühle etwas anderes und lebe etwas anderes.“, hat nicht nur sein eigenes Bewusstsein verändert, sondern ein kleines bisschen auch das der Masse. So passiert Bewusstseinsentwicklung. Und so sind heute viel, viel mehr Dinge möglich als irgendwann früher. Das ist die einzige Zeitqualität.

Ein offeneres Bewusstsein zieht natürlich immer mehr Energie an. Also strömt immer mehr Energie zur Erde. Doch dann passiert etwas Lustiges. Wir sind uns nicht dessen bewusst, dass wir so viel Energie anziehen, viel mehr, als wir jemals brauchen könnten. Wir empfinden weiterhin Mangel, also fordern wir noch mehr Energie an. Der allergrößte Teil dieser riesigen Energiemengen liegt weiterhin ungenutzt brach herum. Und dann können Einzelne, von denen wir das gar nicht wollen, ebenfalls unbewusst plötzlich große Energiemengen bewegen. Das sind Menschen, die sich nicht als Opfer sehen. Ein gutes Beispiel sind die Chefs großer Banken. Und wir können dann noch mehr Opfer spielen.

Es scheint niemand auf die Idee zu kommen, das wir es sind, die zB starke Sonnenaktivitäten hervorrufen. Da stellen wir uns lieber hin und leiden unter der Sonnenaktivität. Das ist jetzt nur ein Beispiel für deutlich sicht-, spür- und messbare Energiewellen.

Wäre es nicht eine gute Zeit, dass sich mehr Menschen ihres Schöpfertums bewusst werden?

Es passt zwar nicht ganz dazu, dennoch fällt es mir in diesem Zusammenhang gerade ein. Ich möchte etwas zum Thema Erderwärmung und Klimawandel sagen.

Ich habe nie geglaubt, dass die Erderwärmung vom Menschen produziert wird, durch Ausstoß von CO2, Ozon oder ähnlichem. Ich schrieb das einfach ganz normalen, kleinen Klimaschwankungen zu, wie sie dauernd geschehen und die in den letzten paar tausend Jahren sowieso minimal sind im Vergleich zu früheren Episoden der Erdgeschichte. Und vor ein paar Tagen stand plötzlich die Erkenntnis vor mir, oder besser in mir.

Die Erde muss sich erwärmen! Sie folgt damit dem menschlichen Erfordernis, insofern ist die Erwärmung sehr wohl von Menschen geschaffen, aber nicht durch die Emission von Schadstoffen. Riesige Teile der Erdoberfläche sind für Menschen praktisch unbewohnbar, zB in Kanada, Sibirien oder der Mongolei. Gleichzeitig strömen immer mehr Seelen auf die Erde. Sie wollen alle hier her, sie wollen diese Erfahrungen machen und ihre Erleuchtung erleben. Die Erdbevölkerung wird bald 10 Mrd. und dann 20 Mrd. erreichen. Diese Menschen brauchen Lebensraum und Nahrung. Das wird aber bald recht schwierig unter den gegebenen Umständen. Es können sich nicht alle Seelen in China und Indien inkarnieren, dort platzt jetzt schon alles aus allen Nähten. Oder Bangladesch. Dieses Land ist nicht einmal doppelt so groß wie Österreich und hat 170 Mio. Einwohner. Die Menschen müssen sich gleichmäßiger verteilen. Wir brauchen also mehr Lebensraum, und deshalb gibt es die Erderwärmung, das Eis muss weg. Im Eis können nicht nur keine Menschen vernünftig leben, sie können dort auch nichts anbauen, um sich ernähren zu können. Ich möchte daran erinnern, dass es vor ein paar hundert Millionen Jahren überhaupt kein Eis auf der Erde gab, die Antarktis war tropisches Gebiet mit üppiger Vegetation.

Die Erde verändert sich also, weil die Menschen es brauchen. Und ja, einige Menschen nutzen das wieder, um die Erde noch weiter auszubeuten. In Kanada sind neue Diamantenminen entstanden, die vor 30 Jahren noch nicht möglich waren. Aber jetzt geht das Eis zurück, und die Kanadier freuen sich über die reinsten Diamanten der Welt und über volle Kassen. Im arktischen Meer, dessen Eisbedeckung schon um gute 50% geschrumpft ist, gibt es neue Bohrinseln. Die Ölquellen sprudeln wieder.

Aber dieses Bewusstsein schrumpft, und das Bewusstsein derer, die Verantwortung für unseren Planeten übernehmen, wächst. Aus der Distanz betrachtet sehe ich wieder einmal, wie sich alles perfekt zusammenfügt.

Beitrag des Moments

In direktem Zusammenhang mit meinem letzten Blog fällt mir eine weitere Geschichte ein. Vor ca. einer Woche habe ich mit einer Shaumbra-Freundin geskypt. Da wir schon länger nicht mehr miteinander gesprochen hatten, redeten wir natürlich auch über mein Leben der letzten zwei Monate. Sie sagte mir, dass sie den Eindruck hatte, dass ich untergetaucht wäre, weil im Internet nichts Neues von mir zu lesen war. (Auf OPEN SHAUMBRA hatte ich nichts mehr getan, meine neue Homepage war noch nicht fertig.)