Wir haben eine Elite

Endlich. Endlich haben wir eine spirituelle Elite, einen Kreis erleuchteter Diener. Seit Jahrtausenden leben Menschen in den Bergen und chanten und halten Energien. Seit Generationen leben Mönche in den Klöstern, chanten, meditieren und halten Energien. (Plötzlich sind Mönche und Chanten und Meditieren kein Makyo mehr.) Sie taten das alles, damit nun die Elite hinaus gehen und Quellenenergie bringen kann. Ich kann das nicht. Das kann nur diese Gruppe. Diese Gruppe von 99 Auserwählten bringt die Quellenenergie. Zum Wohl aller Shaumbra und zum Wohl der Menschheit und der Erde.

Bin ich froh, dass es nun endlich doch die Heilsbringer gibt. Denn, wie es scheint, bin ich nicht die Quelle meines Lebens, wie ich lange Zeit dachte. Denn wenn ich die Quelle wäre, hätte ich ja die Quellenenergie. Oder ich könnte sie selbst erzeugen. Aber nein, ich bin bloß der, der fürchterliche Angst vor dieser Energie hat, die irgendwo da draußen herum schwirrt.

Ja, aber jetzt gibt es ja die Elite. Sie bringt mir jetzt diese wertvolle Energie, die mich endlich, endlich souverän macht. Und ich Dummchen dachte, ich wäre schon souverän! Nein, bin ich nicht. Ich hab’s zweimal gehört im letzten Shoud. Im vorletzten Shoud waren die 99 noch die, die jenseits der linearen Zeit gehen. Das kenne ich natürlich auch noch nicht. Seit 7. Mai 2011 sind sie die, die diese Quellenenergie bringen, die ich nicht habe.

Und seit diesem Tag gibt es die Möglichkeit für andere Shaumbra, auf den Spuren der Elite zu wandern. Sie dürfen die Elite unterstützen und solcherart ein bisschen von dieser erlauchten Luft schnuppern. Sie dürfen sich verpflichten, ein Jahr lang zu arbeiten, und brauchen nicht einmal dafür zu bezahlen. Sie dürfen gratis arbeiten! Aber eine andere Entscheidung während dieses Jahres ist ausgeschlossen. Das würde ja nach Eigenmacht und Souveränität riechen. Die Namen der Heerscharen der Helfer sind notiert. In den Himmeln und zur ebenen Erd’. Alle anderen bleiben die anonyme Masse.

Also jetzt mal Klartext. Denn da stinkt eine ganze Menge ganz weit ins Universum hinein. Die 99 sind für mich nicht die Elite sondern die 99 Entrechteten. Sie mussten sich verpflichten, ein Jahr lang hart zu arbeiten. Dafür, dass sie arbeiten müssen, müssen sie 3.000 $ zahlen. Das ist dann wohl das neue Prinzip der Fülle. Wenn sie die Arbeit nicht aushalten und aussteigen, was an sich schon ziemlich verboten ist, ist ihr Geld trotzdem weg. Nebst einer ganzen Reihe weiterer Verpflichtungen mussten sie ihre Rechte abgeben. Die Früchte ihrer Arbeit gehören zu keinem Zeitpunkt ihnen selbst, sie dürfen auch nicht darüber bestimmen oder auch nur mitbestimmen. Diese Früchte gehören zu jeder Zeit einer Firma in den USA, die das alleinige Recht hat, darüber zu bestimmen und damit weiter Geld zu verdienen. Für all das bekommen die Entrechteten den Status einer Elite und spiritueller Heilsbringer. Sie bekommen auch eine Schar Helfer, die nur arbeiten und sich nur verpflichten muss, aber nicht dafür zu zahlen braucht.

Ich habe Jahre gebraucht, um mich aus dem Geflecht von Verpflichtungen heraus zu schälen, um das zu erlangen, was sich für mich wie Souveränität anfühlt. Tobias, Kuthumi und auch Adamus waren dabei eine wertvolle Unterstützung für mich, denn sie haben meine Wahrheit gesprochen. Die Betonung liegt auf haben. Denn jetzt haben wir dieses K-Projekt. Dieses Projekt ist Scheiße. Es steht Scheiße drauf, und es ist Scheiße drin. Ich habe auch keine Lust mehr, mich irgendwie „politisch korrekt“ auszudrücken.

Da gibt es ein Wesen, das nicht einmal hier auf der Erde lebt, und sagt, wir machen ein Projekt. Dieses Wesen kommt dann mit Kosten, Verpflichtungen, Elitestatus, Namen notieren, verheißt eine neue Art von Energie, die die armen Gläubigen selbst nicht haben, sagt den Gläubigen, sie seien noch immer nicht souverän, behauptet, Mönche und Bergbewohner hätten seit vielen Generationen auf diese Elite gewartet, versetzt eine Organisation in den USA in die Position des Vermittlers und des Gewinnträgers usw. usf. Zigtausend Gläubige rennen diesem Projekt nach, halten es für wahr und richtig und wichtig und heilig und befassen sich intensiv damit. Verdammt! Wo ist denn da der Unterschied zu einer Sekte? Wo? Was hat denn das mit Shaumbra zu tun? Was hat denn das mit Neuem Bewusstsein zu tun?

Es mutet in der Tat nicht sehr souverän für mich an, wenn da viele Menschen diesem ganzen Brimborium einfach nachlaufen, es einfach als richtig und wahr für sich akzeptieren.  Es scheint Menschen zu geben, die Adamus’ Worte und Taten als die uneingeschränkte Wahrheit akzeptieren. Die eigene Wahrheit zählt da nicht viel. Und der CC ist der irdische Vermittler zu dem Besitzer der Wahrheit. Wo ist denn da der Unterschied zur katholischen Kirche? Ich sehe ihn im Moment nicht. Ach ja, und um zum Kreis der Erlauchten zu gehören, muss man fließend Englisch sprechen. In anderen spirituellen Organisationen muss man lateinisch oder hebräisch können, um dazu zu gehören.

Ich habe auf meiner ganzen Reise meiner eigenen Weisheit und Wahrheit vertraut. Sie hat mich immer weiter gebracht, immer weiter zu mir selbst, immer weiter zu meiner Souveränität, heraus aus all den Verpflichtungen und Karottenspielen und dem Wirrwarr des Verstandes. Heraus aus den Themen und Heilungen, hinein ins Leben. Und meine Wahrheit sagt mir: Da läuft eine riesige Manipulation! Jawohl, Manipulation.

Dasselbe Wesen, das diese ganze Show veranstaltet, spricht davon, dass es ihm immer nur um die Eigenermächtigung der Menschen geht. Ich sehe aber in dem ganzen Projekt nur das Gegenteil von Eigenermächtigung. Ich sehe hier die Sklaverei, die angeblich abgeschafft werden soll.

Oh, ich kann mir gut vorstellen, dass nun wieder manche Menschen über mich her fallen. Denen möchte ich sagen: Schau genau hin. Ich fordere in meinem Beitrag niemanden auf, etwas zu tun oder zu glauben. Ich drücke einfach aus, was ich empfinde. Und für mich fühlt sich das alles nach Kirchen und Sekten an, nach einer Riesen Schweinerei. Ich trete nämlich wirklich immer für die Eigenermächtigung jedes einzelnen Menschen ein. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass ich manchen Menschen aus dem Herzen spreche.

In diesem Projekt gibt es also einige Verpflichtungen. Da steht zB:

  • Ich verpflichte mich, ein Jahr lang dies und das zu tun.
  • Ich stimme zu, dass es keinerlei zu erwartende Ergebnisse gibt.
  • Ich stimme zu, dass mein Geld in jedem Fall weg ist.
  • Ich stimme zu, dass alle meine Schöpfungen dem CC gehören.

Und so weiter. Wie wäre es mit einem Projekt, das folgende Präambel hat:

  • Ich stimme zu, in meinem Leben keinen höheren Souverän zu akzeptieren als mich selbst.
  • Ich stimme zu, mich während der Projektdauer in jeder Situation an die erste Stelle zu stellen.
  • Ich stimme zu, auf meine innere Stimme zu achten und im Einklang mit ihr zu handeln.

Usw. Das wären Erklärungen für ein Projekt, das die Teilnehmer wirklich vorwärts bringt. Das wäre Eigenermächtigung und Souveränität. Wieso entdecke ich bloß in diesem ganzen Dunstkreis keine einzige Idee, die in diese Richtung geht?

Adamus erzählte uns, dass es da zwei lemurische Wörter gibt: Hack und Kie. (Um das einmal so zu schreiben, wie es für deutschsprachige Menschen verständlich ist.) Hack, erklärte Adamus, bedeutet Spirit in Aktion. Kie bedeutet Energie in Aktion. Aha, und das kriege ich selbst nicht hin. Dazu brauche ich die 99 Entrechteten. Verdammt! Waren die ganzen 12 Jahre Crimson Council fürn Arsch? Haben wir nur Lügen gehört? Dieselben Menschen, die vor zwei Jahren Kugelschreiber kauften und dafür unterschreiben mussten, dass sie die volle Verantwortung für ihr Leben übernehmen, sind jetzt nicht souverän? Sieht denn niemand die Verarschung, die da abgezogen wird?

Und weil ich schon dabei bin, nehme ich mir gleich den ganzen Shoud vor. Nach dem K-Projekt ging es weiter. Ganz schlimme, ganz arge Zeiten kommen auf uns zu. So arg war es in der ganzen Erdengeschichte noch nie. Wir würden es spüren in unseren Körpern. Die Zeiten seien wirklich das Herausforderndste (= Beschissenste), was wir je erlebt hätten. Minutenlange Angstmache um hinterher kurz zu sagen: „Aber ihr braucht keine Angst haben. Euch kann das nichts anhaben. Ihr seid ja Shaumbra.“ Ja. Zum Drüberstreuen für alle, die nicht bei der Elite dabei sind, schnell ein paar gute Gedanken: Shaumbra sind die Elite der Welt. Absolut geschützt, brav gläubig.

Alles nur, um hinterher gleich weiter zu machen. Ganz böse Wesen gibt es da draußen. Sie arbeiten hartnäckig gegen uns. Sie benutzen Menschen für ihre dunklen Zwecke. Sie manipulieren. (Während in der Heiligen Kirche CC niemand manipuliert.) Und wenn dereinst wirklich UFOs kommen, sitzen da die bösen Wesen drin. – Ja bin ich denn auf einmal wieder voll drin in der Eso-Szene? Veranstalten wir jetzt wieder das Gut-Böse-Spiel? Wo zum Teufel ist da die Neue Energie?!

Weiter geht es mit Gaia. Sie verlässt die Erde in ein paar Hundert oder in ein paar Tausend Jahren, aber wir können ja jetzt schon beginnen, uns Sorgen darüber zu machen. Und alle Shaumbra, die vielleicht noch nicht so ganz die Verantwortung für sich selbst übernommen haben, können sich ja nun darin üben, Verantwortung für die Erde zu übernehmen. Das haben sie in der Vergangenheit bestimmt noch zu wenig gemacht.

Weiter mit den neuen Erden. Ein schönes Thema, um ein bisschen im Verstand herum zu spielen. Wer will, kann auch Sehnsucht aufkommen lassen, denn auf den neuen Erden gibt es nicht die alten, belastenden Energien wie hier, und auch keine bösen Wesen, die uns unsere Energie aussaugen. Ach, wäre es schön, dort zu leben!

Zwischendurch zweimal die Aussage eingestreut: „Ihr seid noch nicht souverän. Souveränität ist das, wohin ihr gehen werdet.“ Aha. Also fröhlich weiter mit dem Karottenspiel. Wir sind noch nicht souverän. Aber bald, ganz bestimmt sehr bald werden wir es sein. Dafür gibt es jetzt ja die Elite.

Bis zu diesem Punkt im Shoud gab es nichts, aber auch gar nichts, was der Eigenermächtigung und Souveränität von Shaumbra gedient hätte. Nur eine Menge heiße Luft, eine gute Portion Manipulation und etwas Angstmache. Der letzte Punkt, die Identitäten, waren der einzige hilfreiche Beitrag. Irgendetwas zwischen 10 und 20% eines ganzen Shouds. Als ich den Shoud sah, dachte ich mir zum allerersten Mal: „Dieser Shoud gefällt mir wirklich ganz und gar nicht.“ Und er gefiel mir so wenig, dass ich mir weiter dachte, ob ich nun aussteigen sollte. Vorgestern las ich den Shoud. Ich hatte dieselben Gefühle, bloß noch stärker. Mir platzte der Kragen.

Seitdem rang ich mit mir, ob ich diesen Beitrag schreiben sollte. Gestern hatte ich eine halbe schlaflose Nacht deswegen. Heute stellte ich fest, dass alles, was mich davon abhielt, nur Dinge waren, die über meinen Verstand zu mir sprachen. Ich muss es einfach sagen! Was ich da mit erlebe, geht gegen alles, was ich für wahr und richtig halte! Meine innere Stimme hat mich wieder einmal angeschrien: „Halte dich nicht zurück!“ Also steht er nun hier auf der Plattform.

Ich liebe mich. Ich liebe Shaumbra. Ich liebe es, für Neues Bewusstsein und für Selbstermächtigung einzutreten. Ich liebe es, mich selbst immer mehr und immer mehr zu ermächtigen. Ich mag keine heiligen Kühe, keine Gurus, kein Gurugehabe und keine Manipulation. Ich mag keine Verpflichtungen, das ist alte Scheiße. Ich mag keine Heilsbringer.

Ach ja, eine Sache gab es da noch im Shoud, die mir gefallen hat. Adamus sagte wieder einmal, dass es an der Zeit sei, dass hier lebende Menschen als Standards auftreten. Die Menschheit brauche das, meinte er. Ja. Absolut. Es ist hoch an der Zeit, dass menschliche Standards sichtbar werden statt der Masse an gechannelten Weisheiten. Und es ist auch an der Zeit, dass Shaumbra ihr Versteck verlassen. Das geht aber nur durch eine bewusste Wahl jedes einzelnen, nicht durch eine Elitetruppe.

Beitrag des Moments

Im Zuge meiner traditionellen Ausbildung, also vor gefühlten 10 oder 20 Leben, habe ich Wirtschaft studiert. Zu Beginn des 2. Studienabschnitts gab es unter anderem ein Pflichtseminar namens Makroökonomie I.  Der Seminarleiter stellte eine Frage: „Was ist die Voraussetzung, um überhaupt wirtschaften zu können? Was braucht man unbedingt, damit Wirtschaft entstehen kann?“ Alle schauten ratlos, kaum jemand gab eine Antwort. Die wenigen Antworten, die kamen, lagen weit daneben. Dann kam die Antwort des Seminarleiters: „Es ist der Mangel!