Teilen und Beitragen

Bei all der Freude, die mir dieser Tage wieder zufliegt (auch viel hinter den Kulissen der Plattform), wurde gleichzeitig ein Thema immer präsenter. Ein Thema, das ich seit langer Zeit fühle, seit Beginn von Shaumbra Österreich, das ich aber gerne im Hintergrund sitzen ließ. Es passt auch ganz gut, es passt zu meiner persönlichen Zeitqualität, denn alles, was versteckt blieb, muss an die Oberfläche. Das Thema lautet Teilen und Beitragen.

Ich erinnere mich nach wie sehr gut an Shoud 1 der Meisterserie. Der erste Shoud nach Tobias’ Rückkehr. Und ich lege hier und jetzt jedem ans Herz, diesen Shoud noch einmal zu lesen. Adamus sprach ausführlich über Selbstausdruck, Teilen und Beitragen.  Für mich lief Adamus damals offene Türen ein, ich wünschte mir nichts sehnlicher als das. Ich wusste ganz einfach, dass diese Dinge ganz wesentlich für das weitere Fortkommen von Shaumbra sind, dass sie ein wesentlicher Schlüssel sind. Keine vier Monate später erhielt ich die Gelegenheit, einen Beitrag zu leisten, zu teilen und mich auszudrücken. Und dabei auch gleich eine Möglichkeit für alle Shaumbra zu schaffen, ebenfalls zu teilen und beizutragen. Besser hätte mein Geschenk damals sind sein können.

Nun blicke ich auf 15 Monate Leben und Arbeit an dieser Sache zurück und stelle fest, dass nur wenige Menschen die Sache mit dem Teilen und Beitragen ernst nehmen. Die Menschen, die sich (auch) per E-Mail mit ihren Fragen und Anliegen an mich wenden, wissen, dass ich sogar deutlich mehr tue, als auf der Plattform ersichtlich ist. Das sind gar nicht so wenige. Und die anderen können es sich vermutlich vorstellen.

Ich weiß, dass das Ausdrücken und Teilen ein enormer Gewinn für alle Beteiligten ist. Ich habe auch öfter darüber geschrieben. Und ich weiß auch, dass jeder etwas beitragen muss, um die ganze Sache weiter zu bringen. Das war mir noch nie so klar wie jetzt. Passiv zuschauen und konsumieren wirkt wie eine Bremse. Die reinen Konsumenten und Trittbrettfahrer bilden eine Masse zäher Energie, die diejenigen, die teilen und beitragen, mitschleppen. Das sind jetzt sehr unschöne Worte, ich weiß. Aber ich verwende jetzt bewusst auch unschöne Worte. Sie rütteln an etwas und stellen manche Menschen vor Entscheidungen. Genauso wie ich eine Entscheidung treffen musste, dies hier zu schreiben.

Ich habe manchmal den Eindruck, dass viele Menschen sich wünschen, dass sich ihr Leben endlich verändert, dass sich die Welt endlich verändert und dass endlich nur mehr Neues Bewusstsein wirkt. Dabei kommt mir vor, dass ein guter Teil dieser Menschen dann dasitzen möchte und das veränderte Leben, die veränderte Energie und die veränderte Welt konsumieren möchte. Aber so geht das nicht. Jeder muss etwas beitragen, um sein Leben zu verändern.

Ich habe im Lauf der Zeit viele E-Mails von Menschen erhalten, die mir geschrieben haben, wie wertvoll diese Plattform für sie ist. Ich freue mich sehr über solche Mails. Ich stelle jedoch auch fest, dass der größte Teil dieser Menschen keinen einzigen Beitrag geschrieben hat und in über einem Jahr nicht einen Euro gespendet hat. Nicht einmal einen einzigen Euro. So sieht also der Wert aus.

Ein paar Menschen haben mich in einem Mail gefragt, in welcher Weise sie shaumbra.at unterstützen können. Ich habe geantwortet: „Spende etwas oder schreibe etwas.“ (Das ist jetzt natürlich nur die Kurzformulierung.) Das war dann das Ende des Mailverkehrs. Es kam natürlich weder eine Spende noch ein inhaltlicher Beitrag. Ich kann die Zahl der Spender seit Bestehen von shaumbra.at an zwei Händen abzählen. (Gut, vielleicht sind es 12 oder 13, aber die Größenordnung kommt rüber.) Interessant dabei ist, dass die Menschen, die allen anderen bekannt sind, weil sie öffentlich sichtbar viel beitragen, sofort etwas gespendet haben, nachdem sie diese Plattform entdeckt und irgendwie für sich genutzt haben. Für diese Menschen ist Teilen und Beitragen kein Thema, sondern eine Selbstverständlichkeit.

Natürlich, ich vertrete den Standpunkt, dass Erwachen, persönliche Entwicklung oder wie immer man das nennen mag, nicht von finanziellen Möglichkeiten abhängig sein darf. Jede Inspiration und jede Unterstützung muss für jedermann frei zugänglich sein. Das ist meine tiefste Überzeugung, und daran ändere ich auch nichts. Ich weiß auch, dass viele Shaumbra wirklich wenig Geld haben. Aber es kann mir keiner erzählen, dass er in der ganzen Zeit zu keinem Zeitpunkt einen Euro für etwas flüssig machen konnte, was ihm wertvoll erscheint. Die meisten Menschen können mehr beitragen, ohne etwas entbehren zu müssen.

Gut, vielleicht stehst du auf dem Standpunkt, dass diese ganze Plattform für dich keinen Wert hat. Das ist OK. Allerdings frage ich mich dann, warum du sie immer wieder besuchst und das liest, was die, die teilen und beitragen, schreiben und tun.

Jeder, der schreibt und sich ausdrückt, leistet einen Beitrag. Jeder, der spendet, leistet einen Beitrag. Andere Menschen leisten einen Beitrag zum Ganzen, indem sie andernorts aktiv sind. Und es stimmt schon, dass jeder durch sein bloßes Sein einen Beitrag leistet. Aber Passivität ist einfach zu wenig. Die Haltung „Ach, ist das schön, dass der Reiner das alles macht. Ich komme morgen wieder und lese diese inspirierenden Texte.“ bringt weder den betreffenden Menschen noch das Ganze weiter. Ich möchte hier einmal ein klares Zeichen für eine Bewusstseinsveränderung setzen.

Es ist ja anderswo dasselbe. Als ich zum ersten Mal in das Shaumbra-Forum von Johanna-Merete schaute, stolperte ich gleich über ein Posting, in dem der Autor sich darüber beklagt hat, dass so wenige Leute im Forum etwas schreiben. Das kam natürlich von jemandem, der selbst nichts schreibt. „Ach, die anderen tun schon wieder zu wenig!“ So geht das nicht.

Nur ein Mensch mit Neuem Bewusstsein erzeugt Neue Energie. Sonst nichts und niemand. Neues Bewusstsein kann man nicht denken, man muss es leben. Eine Kernaussage im Neuen Bewusstsein ist: „Übernimm die Verantwortung!“ Nur zu konsumieren und nichts beizutragen ist nicht Ausdruck von übernommener Verantwortung. Das passt einfach nicht zusammen. Ich glaube, dass das genau der Punkt ist, warum der ganze Karren immer wieder im Dreck stecken bleibt. Warum Adamus solch radikale Aktionen wie im letzten Shoud setzt.

Ich möchte hier ein paar Absätze aus dem oben zitierten Shoud 1 zitieren.

Nun, noch etwas, während wir uns auf diesen nächsten Teil unserer Reise begeben: Ich bitte euch, wirklich m i t z u m a c h e n. Es wird niemanden geben, der an der Seitenlinie steht, so wie das in den letzten 10 Jahren der Fall war. Ich weiß, dass einige von euch die Seitenlinien gebraucht haben, bevor ihr das Spielfeld betreten habt. Aber wenn ihr Teil dieses Treffens sein wollt, dann müsst ihr auf dem Spielfeld sein.

Das heißt, dass ihr mitmacht. Ihr steht nicht bloß an den Seitenlinien und kritisiert den Trainer und die Spieler. Ihr seid selbst mitten drin. Ihr lernt nicht bloß von ihnen, ihr lernt zusammen mit ihnen. Ihr macht euch nicht nur Notizen, um sie später zu verwenden; ihr verwendet sie jetzt gleich. Werdet aktiv, beteiligt euch. […]

Es gibt keine Möglichkeit für gelegentliche Beobachter, vorwärts zu gehen, keinen Platz für Kritiker, für Richter. Wir sind alle g e m e i n s a m da drin, und das ist ernsthafte und lustige Arbeit. Das ist erstaunliche und kraftvolle Arbeit, aber es ist kein Ort für jene, die bloß mal ihre Zehen hineinstecken wollen. […]

Während ihr hier vorwärts geht, möchte ich, dass ihr eure Energie dem Crimson Circle und Shaumbra hinzufügt. Eure Energie hinzufügen bedeutet, freiwillig Dinge zu tun, auf die eine oder andere Weise zu helfen. Dies hier ist keine Gratis-Mitfahrgelegenheit mehr. Wir werden einander etwas geben, wir alle vom Crimson Council, auf völlig neue Art und Weise. Wir werden euch unterstützen und ermutigen und mit euch sehr, sehr intensiv arbeiten. Aber ihr müsst etwas beitragen. Ihr müsst eure Absicht zeigen, in diese Neue Energie zu gelangen. Andernfalls neigt die Neue Energie dazu, für euch auf Wegen zu arbeiten, die schwer verständlich sind.

Was ich sage ist, wenn ihr euch beteiligt, wenn ihr mitmacht, wenn ihr eure Energie da hinein gebt, dann werdet ihr mit uns allen gemeinsam in diesem Fluss der Energie sein, mit allen Shaumbra, während wir Neue Energie erleben. Wenn ihr denkt, dass ihr eine Gratis- Mitfahrgelegenheit bekommt, wird es für euch nicht auf diese Weise funktionieren. Tut freiwillig etwas, helft, macht irgendetwas, steuert etwas bei.

Ich war über die Maßen betroffen darüber, dass Linda, Cauldre und die Mitarbeiter des Crimson Circle sich so sehr um euer Wohlbegehen gekümmert haben, darum, dass ihr etwas davon habt. Sie haben euch so viel kostenlos gegeben, haben sich Sorgen gemacht um das Geld, um diese Organisation, die euch dient, in Gang zu halten. Sie verbringen zu viel Zeit mit diesen Sorgen, die jetzt mit dem Erforschen und der Pionierarbeit verbracht werden sollte. Ob ihr also Zeit beisteuert, ob ihr Geld beisteuert, oder ob ihr jeden Tag einen Segen beisteuert, den ihr ihnen schickt – ich meine hier nicht, nur mal ab und zu einen Segen zu schicken, sondern es soll ein Segen sein, der sie wirklich erreicht – weil auch das wirklich hilft, und es hilft ihnen, euch zu dienen.

Das sind klare Worte, eindeutige und unmissverständliche Worte. Was für den CC gilt, gilt auch für alle anderen, die für das Ganze etwas tun. Natürlich auch für Shaumbra Österreich.

Natürlich, ich mache das alles aus reiner Leidenschaft. Die Plattform, die für alle da ist, meine Artikel, die E-Mail-Unterstützung, die Frantworten. Ich mache die neue Plattform aus reiner Leidenschaft. Die ist wirklich ein großes Ding und bietet noch viel mehr Möglichkeiten und Potentiale. Aber dann und wann ist es schlichtweg frustrierend zu erleben, dass so wenige Menschen etwas beitragen. So wenige von denen, denen diese Plattform angeblich so viel wert ist. Und es passt für mich einfach nicht in die Neue Energie.

Es gibt in dem ganzen Umfeld von Shaumbra und allen anderen Menschen, die ihr Bewusstsein verändern, einen kleinen Teil Aktive und einen großen Teil Passive. Eine kleine Lokomotive schleppt einen langen Zug. Stell dir das einmal vor. Das ist keine gesunde Situation! Ich kenne ja einige Beitragende. Sie alle sind nicht glücklich darüber und mühen sich teilweise ziemlich ab. Und für den langen Zug ist das auch mühsam, weil er sich zu langsam bewegt.

Leiste einen Beitrag! Das ist meine klare Aufforderung. Trage irgendetwas bei, was im Rahmen deiner Möglichkeiten und im Rahmen deines Wohlbefindens ist. Spende Geld, schreibe etwas, arbeite mit, sei kreativ … irgendwas!

Gestern oder vorgestern spürte ich plötzlich sehr deutlich: Mir geht es wie Adamus. Er hat klipp und klar gesagt, dass er es satt hat, so viel Energie aufzuwenden für Menschen, die nicht mitmachen. Er hat gesagt, dass er mit den „healies“ und „woundies“ nicht mehr arbeiten wird. Im Grunde hat er seit September 09 in jedem Shoud in diese Richtung gesprochen. Und ich will diese Situation auch nicht mehr. Das bedeutet nicht, dass ich Menschen nicht mehr unterstützen möchte, ganz und gar nicht. Es bedeutet, dass jeder einen Beitrag leisten soll. Jeder, der Unterstützung haben möchte, soll auch ein Zeichen setzen, dass es ihm ernst damit ist. Dieses Zeichen gilt nicht bloß mir bzw. allen anderen Aktiven, es gilt ihm selbst.

Ich kann mir gut vorstellen, dass sich nun manche Menschen angeklagt oder unangenehm berührt fühlen. Mein Blog ist natürlich keine Anklage. Ich schreibe das, weil ich klar ausdrücken will, was schon lange in mir ist, früher noch etwas diffuser als jetzt. Und weil ich empfinde, dass die passive Haltung nicht in die Entwicklung passt und ihr nicht dient.

Vielleicht kehren mir jetzt einige Menschen den Rücken zu. Gut, dann ist das halt so. Diese Möglichkeit war für mich in den letzten Wochen mit ein Grund, dies hier nicht zu schreiben. Doch heute wurde mir klar, wie absurd das war.

Ach ja, eines möchte ich bei dieser Gelegenheit noch anmerken. Da gibt es die Menschen mit passiver Haltung. Gut. Und dann gibt es noch die, die an der Seitenlinie stehen, sich dort noch ein Versteck bauen, und dann mich, den, der aktiv etwas tut und ganz offensichtlich einen Beitrag leistet, bewerten, beurteilen, kritisieren und beschimpfen. Sie kommen immer wieder auf diese schöne Plattform, um dann von draußen zu sagen: „Reiner ist ein Oberguru, Reiner ist ein Selbstdarsteller, Reiner ist am Egotrip und er möchte sich gefälligst ändern.“ Und ähnliches mehr. Diesen Menschen möchte ich sagen: Denkt entweder über euer Verhalten nach oder trefft eine Wahl und verlasst diese Plattform. Sie muss ja ganz offensichtlich ziemlich unangenehm für euch sein.

Beitrag des Moments

Das Thema: Heiraten Ja oder Nein. Sieben Gäste auf der Bühne. Sechs vehemente Befürworter des Heiratens und der lebenslangen Partnerschaft. Und ich. Das Publikum: 100% Heiratsfreaks.  Das Studio quoll über vor altem Bewusstsein. Es war kein repräsentativer Schnitt der Gesellschaft. Keine lustigen Singles, keine Befürworter eines lockeren Lebens, nichts dergleichen. Ich hatte nicht mit so einer Verteilung gerechnet. Ich kann mich nicht erinnern, jemals in meinem Leben so einer massiven Wand von altem Bewusstsein gegenüber gestanden zu sein.