Mein zehnter Geburtstag

Reiners Blog

Ich gedenke heute meines 10. Geburtstags. Für mich ist mein wahrer Geburtstag nicht jener Tag im Spätsommer 1963, an dem dieser Körper, den ich bewohne, geboren wurde, sondern der 12. Dezember 2009. Der Tag, an dem der göttliche Mensch geboren wurde, der ich heute bin. Es ist der Tag meiner Erleuchtung, der Tag, an dem sich alles verändert hat.

Es gibt eine Gemeinsamkeit mit meinem physischen Geburtstag. Beide Geburten geschahen am Abend, so zwischen 19 und 20 Uhr. Ich war meine ganze Inkarnation lang ein Abendmensch und Morgenmuffel, es fiel mir seit je her schwer (im Lauf der Zeit immer schwerer), in der Früh aufzustehen. Seit vielen Jahren mache ich es einfach nicht mehr.

Ich möchte heute zurück schauen und ein paar Erfahrungen mit dir teilen. Und wie ich mit meiner Rückschau beginne, steigen mir Tränen in die Augen, Tränen der Rührung, der tiefen Bewegtheit, nicht Tränen des Schmerzes. Ich vergesse gelegentlich, wie bedeutend der 12. 12. 2009 war. Wahrscheinlich hätte ich auch das genaue Datum vergessen und mich nur an das ausgehende Jahr 2009 erinnert, aber ich habe damals Tagebuch geschrieben und jeden Eintrag mit einem Datum versehen, so habe ich meine Erleuchtung schriftlich dokumentiert.

Die ganze Sache begann bereits am 11. 12. Ich war sehr wütend damals, aus zwei Gründen. Der eine Grund war, dass ich menschliche Probleme hatte, die mir ziemlich bedeutend erschienen. Der andere Grund war, dass ich noch immer nicht erwacht, also erleuchtet war. Wobei natürlich beide Dinge zusammenhingen, denn in meiner naiven Vorstellung als erwachender Mensch glaubte ich, dass die Erleuchtung mit einem Schlag alle menschlichen Probleme lösen würde. Eine Vorstellung, die übrigens weit verbreitet ist.

Exkurs: Begriffserklärung. Ich verstehe unter „erwacht sein“ und „erleuchtet sein“ dasselbe. Das Erwachen = die Erleuchtung ist der Moment, in dem der bis dahin immer noch etwas schlafende Mensch erkennt (= innerlich erfährt), wer er wirklich ist. Davon zu unterscheiden ist der Prozess des Erwachens, der mit dem ersten, zaghaften Öffnen der Augen beginnt und mit der Erleuchtung endet. Gelegentlich sage ich auch einfach „erwachen“, wenn ich eigentlich den Prozess des Erwachens meine. Aber es ist eigentlich immer im Zusammenhang des Textes erkenntlich, wie ich etwas meine. Der Prozess des Erwachens kann mehrere Jahrzehnte oder auch mehrere Inkarnationen lang dauern. Die Erleuchtung hingegen ist kein Prozess, sondern eine Erkenntnis, die Erkenntnis, die in einem Moment geschieht. - Exkurs Ende.

Ich tat also in meiner Wut das, was ich damals oft und gerne machte. Ich ging in mein damaliges Stammcafé und schrieb in mein Tagebuch, was mich bewegte. Ich liebte dieses Café, dort herrschten extrem gute Energien, die viel in Bewegung brachten. Immer, ausnahmslos immer, fühlte ich diese wunderbar leichten Energien, sobald ich am Tisch meiner Wahl Platz genommen hatte. Also begann ich, wie so viele Male davor, zu schreiben. Ich ließ meiner Wut freien Lauf und kotzte mich so richtig aus in meinem Tagebuch. Als ich damit fertig war, ging es mir natürlich wesentlich besser. Ich blieb dann noch sitzen, trank noch etwas, und ging später nach Hause.

Am nächsten Tag, also am berühmten 12. 12., merkte ich am Nachmittag/Abend, dass ich am Vortag nicht fertig geworden war. Die Wut war wieder da, und sie war noch stärker. Also wieder ab ins Café mit meinem Tagebuch. Ich schrieb wie besessen, ich hätte alles und alle anschreien können, so wütend war ich. Ich steigerte mich in meine Wut hinein und ließ sie immer größer werden, ich legte noch eine Schaufel nach, und noch eine, und noch eine.

Und plötzlich war er da. Der Moment der Erkenntnis.

Plötzlich hatte ich erkannt, dass ich die Seele bin. Ich, dieser Mensch, der da saß und wütend war. Die Seele, die ich so lange gesucht hatte und von der ich nicht genau wusste, was sie eigentlich war oder sein sollte. Ich hatte davor nicht wirklich gewusst, was die Seele ist, was das Selbst ist, was der Gott ist, der ich angeblich sein sollte. Ja, ich war voll von Konzepten, die ich gerne glauben wollte, aber ich hatte kein wirkliches, echtes, authentisches Wissen darüber. Dieses Wissen kann nur von innen kommen, niemals von außen.

In diesem Moment habe ich es plötzlich gewusst. Plötzlich habe ich alles gewusst. Wirklich gewusst, nicht im Verstand. Ich habe mich erkannt, ich habe mich gesehen.
Ich saß da voller Aufregung und begann, mich zu berühren. Ich berührte meine Beine, sanft und fest, ich strich an ihnen entlang. Dabei sagte ich voller Staunen: „Das ist Seele.“ Dann die Hände, die Arme, den Rumpf, und schließlich das Gesicht. Überall sagte ich: „Das ist die Seele!“ Ich weiß nicht mehr, wie lange ich das gemacht habe, jedenfalls eine geraume Zeit lang. Ich konnte nicht genug davon kriegen, meinen Körper zu berühren und immer wieder festzustellen, dass er die Seele war. Meinen Geist konnte ich leider nicht physisch berühren, aber ich hatte erkannt, dass auch er die Seele war.

Ich, der gesamte Mensch mit allem, was zum Menschsein dazu gehört. Ich hatte erkannt, dass dieser Mensch, alles an ihm, die Seele war, und dass es darüber hinaus nichts gab. Nichts. Ich war schon alles.

Kannst du dir vorstellen, wie fundamental das war? Mit einem Mal gab es kein Außen mehr, er gab nur mehr mich, den Menschen, den ich wahrnahm. Der war alles. Damit war natürlich nichts im Außen mehr relevant. Ich war alles.

In den zahlreichen Konzepten, die ich davor gehört hatte, hatte ich unter anderem von einer Vereinung oder Wiedervereinigung von Mensch und Seele gehört (bzw. vom menschlichen Selbst und vom göttlichen Selbst). Sehr irreführend! Es gab keine Wiedervereinigung. Es gab einfach die Erkenntnis, dass ich es war, ich. Ich war schon das alles: die Seele, das göttlich Selbst, der Gott. Ich war es, ich bin es. Und natürlich war ich es immer gewesen, ich hatte es bloß nicht gewusst.

Was geschah weiter? Ich meine, an diesem Abend. Vielleicht kannst du dir aus dem Gesagten schon vorstellen, dass ich mich augenblicklich so richtig in mich verliebt habe. Unmittelbar nach meiner fundamentalen Erkenntnis habe ich meine Liebe gespürt. Die war groß, die war unendlich. Und sie war einfach da, und natürlich war sie immer da gewesen. Aber nun spürte ich sie. Ich war plötzlich perfekt. Alles an mir war perfekt. Ich hatte nichts, absolut nichts an mir zu kritisieren, ich war perfekt. Ich ging im Geiste meine Schöpfungen durch, die mir eingefallen waren. Alle waren perfekt und Ausdruck von Perfektion. Ich liebte mich, ich liebte meine Schöpfungen, ich liebte alles von mir und alles an mir. Die Liebe wurde immer größer und immer größer. Was war ich für ein herrliches und prachtvolles Wesen!

Und vielleicht kannst du dir aus dem Gesagten auch vorstellen, dass ich mich plötzlich mächtig fühlte. Mächtig nicht in dem Sinn, Macht über irgendwen (inklusive mich selbst) zu haben, sondern mächtig als das Gegenteil von ohnmächtig. Natürlich, das konnte nicht anders sein, denn ich hatte erkannt, dass ich alles war und außerhalb von mir nichts mehr von Bedeutung war. Ich fühlte diese Macht, ich fühlte, dass es nichts gab, was irgendwie von außen gesteuert wurde oder werden konnte. Ich war alles. Das Ende der Ohnmacht, was für ein Gefühl! In der Folge bedeutete das natürlich das Ende aller Ausreden, und davor haben auch sehr bewusste Menschen eine Höllenangst. Keine Ausreden, stattdessen Eigenmacht. Das bedeutet es, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.

Dann gab es noch einen Nebeneffekt, der wohltuend überraschend war. In der Zeit davor hatte ich mich immer wieder gefragt, was Neue Energie denn nun genau war oder sein sollte. Mir war immer irgendwie klar gewesen, dass ich Neue Energie mit dem Verstand nicht erfassen konnte, hatte es aber immer wieder über den Verstand versucht. Freilich mit dem erwartbaren Ergebnis, dass es mit dem Verstand nicht funktionierte. An diesem Abend war ich so überwältigt von meiner Großen Erkenntnis, dass ich nicht an Neue Energie dachte. Und plötzlich war die Antwort da. Plötzlich sah ich klar und unmissverständlich, was Neue Energie war, und fragte mich augenblicklich, wie mir etwas so Einfaches jemals unklar gewesen sein konnte.

In späteren Zeiten sah ich dann, dass die Erkenntnis bezüglich Neuer Energie keineswegs ein Nebeneffekt war, sondern dass das da sein musste und wichtig war. Denn ab nun war es an der Zeit, bewusst Neue Energie zu leben. Also musste ich auch wissen, was sie genau war.

Jener Abend war fulminant. Ich war in Feierstimmung. Also dehnte ich meinen Kaffeehausbesuch aus und nahm noch ein paar Drinks. Ich erinnere mich noch dunkel, dass ich am Nachhauseweg total verwirrt war. Ich war natürlich euphorisch, konnte aber das Erlebte nicht so richtig einordnen.

Ich hatte erkannt, wer ich wirklich war, und das veränderte alles, das schob meine Perspektive an eine ganz andere Stelle. Was mir aber nicht bewusst war, war, dass das meine Erleuchtung war. In meiner Wahrnehmung an jenem Abend und in den Wochen und Monaten danach war ich immer noch ein erwachender Mensch, kein erwachter. Das hatte wesentlich damit zu tun, dass ich Vorstellungen über und Erwartungen an die Erleuchtung gehabt hatte. Ein weit verbreitetes Problem.


Wie ging es dann weiter?

In der folgenden Zeit fiel mir irgendwann auf, dass ich nicht mehr auf der Suche war und keine Fragen mehr hatte. Das heißt, es gab ein paar offene Fragen meine menschlichen Probleme betreffend, die allerdings stark an Bedeutung verloren hatten. Ich hatte aber keine Fragen mehr bezüglich meiner selbst, es war alles klar. Und ich nahm mich weiterhin als erwachend war, was ein wesentlicher Baustein dafür war, dass ich überhaupt noch Probleme gesehen habe. Ich traute mich noch nicht so recht, mich auf die andere Perspektive, die göttliche, wirklich einzulassen.

Signifikant war jedenfalls das Ende der Suche und das Ende der Fragen. Ab nun war da stattdessen echtes Wissen und Gewissheit.

Im ersten Halbjahr 2010 kamen mit Riesenschritten alle Themen an die Oberfläche, die davor in meinem Erwachensprozess noch nicht geklärt worden waren. Vor allem die Themen Selbstwert, empfundene Kleinheit, Opferhaltung und Hingabe an meine göttliche Führung drängten stark nach oben. Ich empfand das damals so, als ob diese Dinge förmlich explodiert wären in mir. Und jede Explosion brachte eine große Befreiung.

Ich hatte gleich zu Beginn 2010 begonnen, öffentlich aktiv zu werden. Ich tat das, indem ich eine Internet-Plattform für deutsch sprechende Shaumbra gründete, wo alle ihre Erfahrungen teilen konnten und sollten. Ich lebte Neue Energie, indem ich alles, was da in mir war, ausdrückte, und zwar öffentlich. Ein großer Teil dessen ist auch heute noch in meinem Blog (Jänner bis Juni 2010) nachlesbar und nachvollziehbar. Ich war sehr kreativ und drückte mich viel aus. Ich hatte erkannt, dass dies die wesentlichen Bestandteile der Neuen Energie waren.

Ebenfalls in dieser Zeit bemerkte ich immer stärker, dass ich meine innere Stimme (= göttliche Stimme, Stimme der Seele, …) immer deutlicher und unmissverständlicher wahrnahm. Gleichzeitig hatte ich natürlich gesehen, dass ich sie immer schon wahrgenommen hatte, ebenso wie sie alle anderen Menschen immer wahrnehmen. Bloß hatte ich früher (wie die anderen Menschen) meinen Gedanken, also der Stimme des Verstandes, sehr viel mehr Beachtung geschenkt und damit meiner wahren Stimme jede Bedeutung entzogen. Denn für den Verstand hört sich die innere Stimme total verrückt und deplatziert an.

Jedenfalls hörte ich nun meine innere Stimme und entschied mich immer öfter und klarer für sie, gegen den Protest des Verstandes.

Durch meinen Selbstausdruck und mein öffentliches Engagement fiel mir damals immer stärker auf, dass es da einen Unterschied zwischen mir und den erwachenden Menschen auf meiner Plattform gab, die ich übrigens zu einem beachtlichen Anteil auch persönlich kennenlernte. Und mir fiel auf, dass dieser Unterschied signifikant und wesentlich war.

Bis ich mir im Mai 2010 schließlich eingestand: Der Unterschied war, dass ich erwacht/erleuchtet war, und die anderen nicht.

Ich realisierte, dass diese fundamentale Erkenntnis am 12. Dezember 2009 meine Erleuchtung war. Und nun war ich endgültig ein Schmetterling unter Raupen.

Ich hielt aber nach wie vor an einer gewissen, wenn auch recht unscharfen Vorstellung von Erleuchtung fest. Ich musste irgendwie aus menschlicher Sicht perfekt werden und immer und jederzeit menschlich souverän über allen Dingen stehen. Ich ließ in diesem Punkt die göttliche Perspektive links liegen, aus der ich ja perfekt und souverän war. Ich bildete mir ein, menschliche Sichtweisen befriedigen zu müssen.

Das wiederum hatte seinen Ursprung darin, dass ich damals glaubte, ich würde nach der Erleuchtung kein Mensch mehr, sondern Gott sein. Mit anderen Worten, ich hätte keine menschlichen Attribute mehr, sondern nur noch göttliche. Mir war damals nicht klar, dass man nach der Erleuchtung Mensch und Gott ist, Gott und Mensch, und nicht bloß entweder das eine oder das andere. Man ist beides. Freilich lösen sich typisch menschliche Verstrickungen einfach in nichts auf, wenn man die göttliche Perspektive darauf scheinen lässt, und das lässt den göttlichen Menschen wachsen. Aber das wusste ich damals nicht. Es hat auch niemand gegeben, der darüber gesprochen oder geschrieben hat. Alle spirituellen Quellen waren mit dem Erwachen beschäftigt, nicht mir der Erleuchtung und dem Leben danach. Ich war eben in meiner Generation einer der Ersten, und die Ersten haben es immer am schwersten.

Interessant war, dass ich in meinem Inneren das alles gewusst hatte, ich konnte bloß nicht richtig darauf vertrauen. Ich hatte über das Zusammenspiel von Seele und Mensch gewusst, ich habe sogar darüber geschrieben, wie du in meinem Buch Spirituelle Revolution nachlesen kannst, das ich im Mai 2010 zu schreiben begann. Nach außen hin habe ich mich damals auch gemäß meinem inneren Wissen verhalten, nach innen hin allerdings nicht. Du siehst also, dass da eine große Reibungsfläche in mir entstanden war.

Gut. Ab Mai 2010 war mir nun endlich bewusst, dass ich erwacht, also erleuchtet war. Und das veränderte mein Leben noch einmal gründlich. Ich begann, ohne Rücksicht auf Verluste göttlich zu leben. Ich ließ mich durch nichts mehr antreiben, was laut meinem Verstand getan werden musste. Ich ließ mich treiben, ich ließ die Dinge geschehen. Selbst dann, wenn irgendwas sehr eng und knapp zu werden schien. Ich wartete auf innere Impulse, die auch immer rechtzeitig kamen. Und dann erledigte ich Dinge aus Freude heraus, nicht auf Zuruf des Verstandes. Wobei aber viel weniger zu tun war, als mich mein Verstand glauben machen wollte. Das meiste fiel mir einfach zu. Dieses göttliche Leben war einfach nur geil. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, und ich bekam zum ersten Mal in meinem Leben ein Gefühl dafür, wie göttliches Leben funktioniert und sich abspielt. Das ging ein paar Monate so dahin, bis im September eine alte, menschliche Sichtweise wieder die Oberhand gewann und mich direkt in eine große Krise führte.


Welche Veränderungen gab es noch nach meiner Erleuchtung?

Eine sehr zentrale und bedeutende war, dass ich nun einfach sah. Und das machte für andere Menschen den Umgang mit mir zum Teil schwierig. (Umgekehrt allerdings auch.) Manchmal wollen Menschen mit mir diskutieren, was ohnehin schon schwierig ist, weil es in der Neuen Energie keine Diskussion gibt. Und die glauben dann, ich würde eine Meinung kundtun. Falsch. Ich habe keine Meinung, ich glaube nicht, ich vermute nicht, ich nehme nichts an. Ich sehe ganz einfach. Punkt. Ich sehe, was der andere tut, sagt, meint, welche Agenda er hat, was er versucht vorzutäuschen, und vor allem, welche Ausreden er sich selbst gegenüber benutzt. Ich sehe es, oft sogar bildlich. Ich sehe Bewusstsein und ich sehe Energie. Im Gespräch sage ich dann, was ich sehe. Und meine Gesprächspartner glauben, ich würde eine Meinung oder Vermutung kundtun. Und dann geht die Diskussion los. Und dann halten mich die anderen für überheblich, selbstherrlich, arrogant und noch anderes mehr.

Die Mehrheit meiner Gesprächspartner schätzt allerdings mein Sehen. Denn sie wollen sich weiterentwickeln, sie wollen mehr über sich selbst wissen, und sprechen gerade deshalb mit mir, weil sie hoffen, dass ich ihnen etwas über sie sagen kann, was sie selbst nicht sehen. Und da beginnt ein schönes Spiel. Denn ich sehe nämlich auch, dass sie selbst sehr wohl alles sehen, es aber nicht glauben, weil ihr Verstand etwas anderes sagt. Und so fördere ich in vielen Gesprächen die Weisheit meiner Gesprächspartner ans Tageslicht.

Manche Menschen meiden das Gespräch mit mir, weil sie das Gefühl haben, ich könnte in sie hinein und/oder durch sie hindurch sehen. Und dabei fühlen sie sich unwohl. Das stimmt aber nicht, ich kann in niemanden hinein und durch niemanden hindurch sehen. Vielmehr ist es ganz einfach so, dass Menschen mit allem, was sie sagen und was sie tun, etwas von sich selbst erzählen. Und das sehe ich. In der Regel erzählen Menschen ohne Unterlass sehr viel von sich, nur wenige erzählen wenig oder gar nichts. Das sind die Meister des Versteckens und Mauer Bauens. Allerdings verstecken sie sich dabei auch vor sich selbst, was nicht weniger bedeutet, als dass sie zu keinerlei Erkenntnis fähig sind.

Mein Sehen ist dasselbe wie bei einem Channeling, bei dem die Zuschauer Fragen stellen. Unabhängig vom Wortlaut der Frage sieht das gechannelte Wesen die Energie des Ausdrucks des Fragestellers. Und darauf kann das Wesen qualitativ gut antworten. Für diesen Vorgang wird oft der Ausdruck „Energie lesen“ oder auf Englisch einfach nur „Reading“ verwendet. Das ist es, was ich tue, was nach meiner Erleuchtung einfach plötzlich da war. Und dabei ist es fast völlig unwichtig, was mein Gesprächspartner sagt, denn ich sehe, was er wirklich sagt. Es ist unmöglich, mich anzulügen bzw. mir etwas vorzulügen.

Dieses Sehen ist sehr angenehm und großartig, wenn zwei erwachte Menschen zusammenkommen. Der eine sagt: „Ahh ...“ Nicht mehr. Und der andere antwortet schon: „Ich verstehe, was du meinst. Bei mir ist das genauso.“ (Oder anders oder was auch immer.) Ein „Ahh“ genügt, da steckt schon die ganze Energie drin, die der eine Mensch ausdrücken wollte. Missverständnisse sind bei so einer Kommunikation nicht möglich.

Eine weitere Veränderung nach meiner Erleuchtung war, dass ich zunächst langsamer, dann schneller, immer intoleranter wurde. Ich toleriere keine Ausreden mehr, kein Tun um einer Agenda Willen und keine Machtspiele, seien sie auch noch so klein. Ich toleriere keine Manipulation mehr, kein blödes Reden, um sich selbst gut darzustellen. Ich verstehe das alles zwar, weil ich alles verstehe (auch so eine Veränderung nach der Erleuchtung), aber ich toleriere es nicht. Und wenn du nun sehen könntest wie ich, würdest du bemerken, dass von meiner kurzen Aufzählung fast alles menschliche Handeln eingeschlossen ist. Fast alle Menschen mitsamt ihren Einstellungen und Taten. Ein Großteil der Erwachenden mit eingeschlossen. Die sogar besonders, denn die sollten es eigentlich besser wissen. Da fällt es mir oft noch leichter, die unschuldige Unwissenheit der tief Schlafenden zu tolerieren, sofern sie nicht in brutalem Energiediebstahl ausartet.

Diese Intoleranz steht im krassen Widerspruch zu einer weit verbreiteten Vorstellung von Erleuchtung, nach der ein Erleuchteter immer friedlich mit einem Lächeln durch die Welt spaziert und alle Menschen liebt und segnet. Das ist brutaler Quatsch! Mittlerweile kenne ich ja ein paar Erleuchtete, und die sind entweder überrascht über die Zunahme ihrer Intoleranz oder finden sich in massiven Kämpfen wieder, weil sie ihre Intoleranz nicht akzeptieren wollen.

Meine Intoleranz bedeutet natürlich nicht, dass ich gegen andere Menschen kämpfen würde. Um Gottes Willen, nein! Ich kämpfe überhaupt nicht, weder gegen jemand/etwas noch für jemand/etwas. Sie ist einfach eine innere Haltung, eine rote Linie, die nichts und niemand überschreiten darf oder kann. Im Bewusstsein strahle ich diese Haltung aus, was dazu führt, dass kaum jemand wagt, mir gegenüber sich so zu verhalten, dass ich es nicht tolerieren könnte. Für jeden erleuchteten Menschen sind Ausreden, Manipulation und Machtspiele sowieso denkunmögliche Muster und Verhaltensweisen.

Wenn ich intolerablen Menschen begegne, drehe ich mich um und gehe. Ich fange da keine Diskussionen an. Ab und zu versuchen Menschen, in meine persönliche Sphäre einzudringen und da ihre blöden Spiele zu spielen. Und die schmeiße ich umgehend wieder hinaus. Die können auch nie wieder da hinein.

Und apropos Manipulation. Erst zwei oder drei Jahre nach meiner Erleuchtung ist mir aufgefallen, dass ich seit dem 12. 12. 2009 absolut immun gegen Manipulation bin. Es ist immer wieder vorgekommen, dass ich bereit war, mir etwas einreden zu lassen. Und nach ein, zwei oder drei Tagen ist mir aufgefallen, was ich getan hatte, und bin sofort wieder zu mir gegangen.


Hm, ich bemerke, dass ich mit meinen Erfahrungen und Erkenntnissen nach der Erleuchtung leicht ein Buch füllen könnte und dieser Beitrag schon sehr lang ist. Deshalb beschränke ich mich jetzt auf zwei Dinge, die ich hier noch unbedingt anbringen möchte.

Im Hochsommer 2010 verspürte ich das plötzliche und dringende Bedürfnis, die Großstadt zu verlassen. Ich musste unbedingt raus, am besten sofort. Ich liebe Wien wirklich sehr, aber das Massenbewusstsein in einer Großstadt ist wie pures Gift für einen jungen Erleuchteten. Ich wollte nicht einfach nur aufs Land, ich wollte in die Einöde. Am besten zu ein paar wenigen Menschen, die mich genau verstanden und mit denen ich mich dann gut verstehen würde. Ende August/Anfang September hatte ich ja dann meine große Krise, in der mir nichts anderes übrig blieb, als total aufzugeben. Was ich auch tat. Und augenblicklich trat die Einöde mit besagten Menschen in mein Leben. Die nächste fulminante Erfahrung wartete auf mich. Nach einem halben Jahr spürte ich dann wieder die erste Sehnsucht nach Wien, nach einem weiteren halben Jahr war ich schließlich wieder da. Nun war ich gefestigt genug, mit den starken Kräften des Massenbewusstseins einer Großstadt umgehen zu können.

Die zweite Sache: Es gibt da auch so eine weit verbreitete Vorstellung, dass die Erleuchtung der Zielhafen wäre, in den man einläuft, um dann in ewigem Frieden zu leben. Quasi das Nirvana oder der Himmel auf Erden. So einen Blödsinn können nur unerleuchtete Menschen erfunden haben. Es gibt kein Ankommen, es gibt keinen Zielhafen, es gibt kein Ende. Die Erleuchtung ist das Ende der begrenzten menschlichen Erfahrung und der Beginn einer Reise in Freiheit. Bewusstsein hört nie auf zu wachsen. Und nach der Erleuchtung wächst es noch viel, viel schneller als vorher. Das ist eine exponentielle Entwicklung. Darum hüte dich vor Menschen, die über lange Zeit immer dasselbe sagen, womöglich noch mit dem Lächeln des ewigen Friedens im Gesicht, und die dann auch noch gerne das Wort Wahrheit verwenden. Sie sind Vertreter einer Doktrin, aber nicht erleuchtet.

In diesem Zusammenhang habe ich noch eine Nachricht für alle, die auf ein neues Buch von mir warten. Es gibt drei oder vier Bücher, die in mir schon seit Jahren nach vor drängen. Mit zweien habe ich sogar begonnen. Aber diese rasante Entwicklung des Bewusstseins macht es mir schon seit mindestens zweieinhalb Jahren schwer, ein ganzes Buch zu Papier zu bringen. Spätestens beim dritten Kapitel muss ich die ersten beiden wieder neu schreiben, weil sich so viel verändert hat. Ich habe bislang noch keinen gangbaren Weg gefunden, damit auf eine Weise umzugehen, dass am Ende ein Buch rauskommt, hinter dem ich voll und ganz stehen kann. Also Geduld, ich brauche auch gerade viel Geduld. ;-)

Möglicher Weise wirft mein Geburtstagsbeitrag einige Fragen in dir auf, denn das Leben nach der Erleuchtung ist ein weites Feld. Falls dem so ist, dann zögere nicht, hier einen Kommentar zu verfassen, ich beantworte ihn bestimmt. Oder mir über das Kontaktformular zu schreiben.

Kommentare

Hallo Reiner,

herzlichen Glückwunsch zu Deinem "Jahrestag". Toll, wenn man das so erleben darf !
Freue mich schon auf Deine neuen Bücher !

VG Bernd

Hallo Bernd,
danke für die Glückwünsche. Wie schon gesagt, mit den Büchern wird's noch etwas dauern.
LG, Reiner

Lieber Reiner!Auch ich gratuliere dir herzlichst und Danke dir für deinen Beitrag!Du beschreibst genau das was ich seit langem in mir fühle, dass ich irgendwann sehen kann.Nur das ich nicht wusste wie genau das aussehen kann.
Ich hatte eine besondere Erfahrung die ich nicht zuordnen kann .Ich weiß nicht ob es eine Art Erleuchtung war,da alles geblieben ist wie es war,mehr oder weniger....
Ich weiß nicht wie ich über diese Erfahrung denken soll.Ich bin verwirrt und habe den Eindruck nicht wirklich weiterzukommen.
Kann ich trotzdem erleuchtet sein?
Ich schäme mich ein wenig so eine Frage überhaupt zu stellen.
Vorab danke ich dir.

Liebe Jenny,
gewöhne dir bitte das Schämen gleich ab. Es macht dich klein und steht dir nicht, und es gibt auch gar keinen Grund dafür. (Ja, ich weiß, das mit der Scham ist ein schwieriges Thema.)
Wie wär's, wenn du über diese Erfahrung nicht denkst, sondern fühlst? Das Denken sagt dir: "Nein, das kann nicht sein, und das ist alles Blödsinn" usw. Aber was sagt dein Gefühl? Sicher etwas ganz anderes. Oft bleibt nach der Erleuchtung alles, wie es war, weil der Mensch nicht glauben kann, dass diese Erfahrung etwas ganz Anderes und sehr Besonderes war. Also macht er weiter wie bisher und erlaubt die Veränderung nicht.
Ob du erleuchtet bist? Ich weiß es nicht nach diesem kurzen Statement, aber gut möglich.
Was ich mit Sicherheit weiß, ist, dass wir in einem persönlichen Gespräch alle deine bohrenden Fragen leicht und schnell klären könnten. Das fühlt sich bei dir gerade sehr einfach an, zum Greifen nah. Überleg's dir.
Liebe Grüße
Reiner

Vielen Dank lieber Reiner für deine Antwort.
Man denkt ja,wenn man erleuchtet sei,würde sich eine solche Frage garnicht mehr stellen.Tja, DENKEN.
Da die Veränderungen ausblieben habe ich es später in Frage gestellt. Denn danach ist erstmal eine Welt in mir zusammengebrochen. Ich bekam Angst.Sehr viel Angst.Hatte Angst mich zu verlieren,nicht mehr zu existieren.
Mein Gefühl weiß das ich diese Momente nie wieder vergessen werde.Ich weiß das ich das Erlebte immer in mir tragen werde.
Die Frage ist nur wie ich damit umgehe und wie es weitergeht.Ja wie geht es weiter?!
Ich denke schon seit längerem immer wieder darüber nach dich zu kontaktieren.Denn wie du schon sagtest, es gibt einen Unterschied zwischen all den Erwachenden und dir.Somit wie soll mir einer helfen, der sich selbst auf eine gewisse Art noch nicht erfahren hat....
Viele liebe Grüße Jenny

Liebe Jenny,
obwohl du mich kontaktiert hast, möchte ich hier noch kurz auf deinen Kommentar antworten. Lies doch diesen Blogeintrag noch einmal, denn da sind schon ein paar Fragen beantwortet, die du in deinem Kommentar aufwirfst. :-)

"... es gibt einen Unterschied zwischen all den Erwachenden und dir."
Und zwischen den Erwachenden und dir? ;-)

"Somit wie soll mir einer helfen, der sich selbst auf eine gewisse Art noch nicht erfahren hat...."
Da stimme ich dir allerdings zu. ;-)

Ich habe auf dein Mail natürlich gleich geantwortet und warte nun auf deine Rückantwort. Ich sage das für den Fall, dass du mein Mail aus irgendeinem Grund nicht gesehen hast. Bei einem Freund von mir landen meine Mails oft im Spam-Ordner, und er sieht sie dann nicht gleich.

Liebe Grüße
Reiner

War ein tolles Gespräch. Natürlich. :-)

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Wie wäre es, wenn in einem einzigen Gespräch alle deine Fragen, Zweifel und Unsicherheiten geklärt würden? Wäre das nicht ein angenehm leichter Weg?
Es ist ganz einfach: Ich sehe deine Wahrheit, ich sehe die Perfektion deines bisherigen Weges, und ich sehe die Ursachen für deine Schwierigkeiten. Du erhältst eine Klarheit über dich selbst wie nie zuvor.

Lehre-Tipp

Vier Phasen nach der Erleuchtung

Neue Energie Lehren

Nach der Erleuchtung passieren noch ziemlich viele Dinge, die den Erleuchteten zum Meister werden lassen. Es gibt einen Prozess von der Erleuchtung zur Meisterschaft, der verdammt lange dauern kann und verdammt steinig sein kann. Aber nur dann, wenn man über diese Dinge nicht Bescheid weiß.

Ich habe vier Phasen identifiziert (und natürlich erlebt), die der Erwachte nach dem Erwachen durchläuft. Diese Phasen gehen natürlich ineinander über und laufen teilweise parallel ab. Es ist aber so, dass eine Phase bereits begonnen haben muss, bevor die nächste beginnen kann.

Kapitel: 
Erleuchtet

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Memento mori

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Gestern hat mich ein Buch dazu inspiriert, über den Tod nachzudenken. Memento mori, gedenke zu sterben, gedenke, dass du sterblich bist. Am späten Nachmittag dachte ich beim Lesen etwas darüber nach. Am Abend legte ich das Buch zur Seite und dachte weiter, schließlich schrieb ich in mein Tagebuch.