Konstanten

Als ich mir heute das Frühstück zubereitete, säuberte Joya gerade die Hundebetten. Der Kater Isi saß auf dem Tisch auf einer Zeitung und blickte gelassen bis gelangweilt in die Gegend. Da fiel mir eine Geschichte zu ihm ein, und ich erzählte Joya über eine geänderte nächtliche Verhaltensweise Isis. Joya sagte: „Ja, nur die Hundebetten bleiben dreckig. Wenigstens eine Konstante in diesen turbulenten Zeiten.“ Das meinte sie natürlich scherzhaft.

Dennoch löste dieser Satz ein paar Gedankengänge in mir aus. Ich suchte in mir Konstanten in meinem Leben und verglich dabei auch gleich jetzt mit früher. Welche Konstanten habe ich noch? Habe ich überhaupt welche?

Mir fiel gleich auf, dass es beispielsweise bei Joya mehr Konstanten gibt als bei mir. Das Grünhexenland, ihr Partner, ihre Tochter und die Tiere. Das gibt es bei mir alles nicht. Ich gehe nicht jeden Tag in dieselbe Wohnung, sehe dieselbe Partnerin usw. Jeder Tag ist neu, oft ist jeder Moment neu. Zeit, um mich darauf einzustellen und mich anzupassen, gibt es oft nicht. Alles muss spontan aus dem Moment geschehen. Das kennen viele Shaumbra. Ich kenne zusätzlich noch die Situation, manchmal nicht zu wissen, wo ich in der nächsten Woche oder gar am nächsten Tag wohnen werde, ob ich morgen Geld haben werde oder nicht und Ähnliches.

Ich habe wirklich sehr viele Konstanten in meinem Leben aufgegeben. Und natürlich weiß ich nicht im Geringsten, wie mein nächster Tag aussehen wird. Das unterscheidet mich zB von allen Menschen, die einer geregelten Arbeit nachgehen. Sie wissen, dass sie morgen wieder zum selben Arbeitsplatz fahren werden, dort im Wesentlichen dieselben Tätigkeiten ausüben werden wie heute, dass sie dieselben Menschen treffen werden und in etwa zur selben Zeit wieder nach Hause fahren werden. Genau diese langweilende Gleichtönigkeit ist ja wohl eher nicht Leben. Deshalb kreieren diese Menschen immer wieder Dramen, damit sie das Gefühl der Lebendigkeit haben.

Auf der anderen Seite vermitteln diese Konstanten den Menschen das Gefühl der Sicherheit. Sicherheit bedeutet nichts anderes als Gewohnheit. Es ist ja nicht der Mensch, der sich sicher fühlt, sondern das über lange Zeit aufgebaute und wohl genährte Ego. Das will nichts anderes, denn sonst würde es ja zerstört. Dem wahren Menschen ist bei den vielen Konstanten schlicht langweilig. Deshalb passieren ja immer wieder Dinge, die als unschön, ungemütlich oder schrecklich empfunden werden.

Shaumbra haben über viele Jahre gehört, dass Veränderung, ständige Veränderung das einzige ist, was fix ist. Die einzige Konstante heißt Ich Bin. Der Verstand sagt schnell Ja dazu, aber wie sieht es mit den anderen Instanzen und Aspekten aus? Diese Menschen sprechen diese Sätze auch selbst immer wieder aus. Aber was ist, wenn sich wirklich jeden Tag alles verändert? Wie viele Konstanten versuchst du aufrecht zu erhalten? Wie viel Energie brauchst du dafür? Und wie fühlt sich dein Leben für dich an? Willst du etwa Veränderung und versuchst doch gleichzeitig, Lebensumstände konstant zu halten?

Wenn Ich Bin wirklich die einzige Konstante für mich ist, wenn ich das wirklich akzeptiert habe und lebe, dann lerne ich, von dieser Konstante aus mein Leben in jedem Moment bewusst zu gestalten. Das erfordert eine riesige Portion Vertrauen. Wenn ich nicht bewusst gestalte, dann passiert das, was andere für mich erschaffen. Wenn ich nicht vertraue, sehne ich mich wieder nach Konstanten.

Das ist eigentlich sehr einfach, nur ein einziges Grundprinzip, sonst nichts. Wir hören ja auch immer, dass alles sehr einfach ist. Ich merke in meinem Leben schon seit Jahren immer wieder, dass Schwierigkeiten und unangenehme Situationen dann entstehen, wenn ich halbe Sachen mache, sprich Kompromisse eingehe (mit einem meiner Aspekte oder mit anderen Menschen) und wenn ich zu wenig vertraue.

Selbst Shaumbra schütteln angesichts meines Lebenswandels immer wieder den Kopf. „Wie kann man nur so waghalsig sein? Wie kann man sich nur auf so etwas einlassen, nicht zu wissen, wo man morgen schlafen wird? Das ist doch kein Leben!“ – Nun, es ist ein anderes Leben. wink Ich übe, Ich Bin meine einzige Konstante sein zu lassen. Ich übe, von da aus jeden Moment mein Leben bewusst zu gestalten. Ich übe, mir jeden Moment absolut zu vertrauen. Und ich bin schon ziemlich weit damit gekommen. Es ist nur eine Frage der Zeit, und zwar eher kurzer Zeit, bis ich gelernt habe, mein Leben so zu gestalten, dass es mir jeden Moment gefällt. Oder dass es einfach nichts mehr gibt, was mir nicht gefällt. Zumindest gibt es nichts mehr, was mich aus der Bahn wirft, welche Veränderungen auch immer da kommen mögen. Ich weiß immer, dass ich die Dinge anders sehen kann und dass ich alles anders machen kann, und dass sich die Dinge auch wieder verändern werden.

Ist nun mein Ich Bin tatsächlich meine einzige Konstante? Leider nein. Ich muss in diesem Fall wirklich leider sagen. Denn die anderen Konstanten, die mir immer wieder auffallen, sind alte Muster, denen ich immer wieder folge. Muster, die ich nicht mehr mag, die mir ganz und gar nicht mehr gefallen. Aus ihnen herauszukommen fällt mir in vielen Fällen nicht leicht. Das ist der schwierige Teil am Leben, das ja eigentlich nur ein einziges, sehr einfaches Grundprinzip hat.

Beitrag des Moments

Endlich. Endlich haben wir eine spirituelle Elite, einen Kreis erleuchteter Diener. Seit Jahrtausenden leben Menschen in den Bergen und chanten und halten Energien. Seit Generationen leben Mönche in den Klöstern, chanten, meditieren und halten Energien. (Plötzlich sind Mönche und Chanten und Meditieren kein Makyo mehr.) Sie taten das alles, damit nun die Elite hinaus gehen und Quellenenergie bringen kann. Ich kann das nicht. Das kann nur diese Gruppe. Diese Gruppe von 99 Auserwählten bringt die Quellenenergie.