Fühlen, fühlen, fühlen und fühlen

Reiners Blog

Nein, die Überschrift ist kein Fehler, ich schreibe über vier verschiedene Arten des Fühlens, weil ich zwei davon in den letzten Wochen und Monaten neu für mich entdeckt habe und ich sie einfach grandios finde. smileyyes

Die erste Art kennt jeder Mensch gut, es sind die Emotionen. Das sind diese typisch menschlichen Gefühle, die wahrscheinlich auch nur Menschen kennen (nicht-physische Engel nicht). Dazu zählen Angst, Verliebtheit, Eifersucht, alle möglichen Gefühle, die in Dramen auftauchen. Aufregung, Hass, der Druck von Verantwortung, Mitleid, die Gefühle, die aus der Bewertung in gut und schlecht entstehen. Auch das wohl bekannte, menschliche Sehnen nach etwas gehört hierher. In meinen Lehren nenne ich diese Gefühle Bauchgefühle, um sie von einer völlig anderen Art des Fühlens zu unterscheiden.

Die Bauchgefühle, die Emotionen sind üblicher Weise schlechte Ratgeber. Entscheidungen aufgrund von Emotionen zu fällen ist in der Regel ebenso schlecht wie das Entscheiden aufgrund des Verstandes. Kein Wunder, denn Verstand und Emotionen entspringen derselben Quelle.


Die zweite Art des Fühlens ist ein Wahrnehmen, oder besser gesagt, die einzige wirkliche Art des Wahrnehmens. Das sind die subtilen Gefühle, die ein Mensch wahrnimmt, wenn er zB einen Raum betritt. Er fühlt die Atmosphäre des Raumes, oder anders ausgedrückt, die Energien, die in diesem Raum präsent sind. Die Gefühle, die entstehen, wenn man einem anderen Menschen begegnet. Sofort nimmt der Mensch eine bestimmte Stimmung diesen Anderen betreffend wahr. Das ist der viel zitierte erste Eindruck. Nachdem der Mensch diese Gefühle nicht in Worte fassen kann, und schon gar nicht mit verstandeslogischen Argumenten untermauern kann, verwirft er in der Regel diese Gefühle und zementiert sie mit Verstandesargumenten ein. Dasselbe macht er bei beliebigen Situationen und bei jeder Entscheidung, vor der er steht. Überall nimmt er diese subtilen Gefühle wahr und tut sie als Unsinn oder als unrealistisch ab. Kein Wunder aus der Sicht des alten, dualen, menschlichen Selbsts, denn diese Gefühle widersprechen in der Regel allem, was es gelernt hat.

In meinen Lehren nenne ich diese Gefühle Herzgefühle. Sie sind die innere Stimme, die Stimme des wahren Selbsts, der Seele, der Göttlichkeit, des göttlichen Selbsts, oder wie immer man diese Instanz nennen will. Die Herzgefühle haben nichts Dramenhaftes, sind nie Aufregung und sind nie laut. Aber sie sind immer eindeutig und unmissverständlich. Auch sie kennt jeder Mensch bestens, aber in der Regel lässt er sie nicht an die Oberfläche und übertüncht sie mit seinem Verstand und seinen Bauchgefühlen. Daher sind sie ihm nicht wirklich bewusst, weil sie immer vergraben und zugeschüttet werden, sie werden nicht ernst genommen. Deshalb bleiben sie auch immer verschwommen und unklar und können nicht vernünftig artikuliert werden. In Wahrheit sind sie aber sehr klar. Die Herzgefühle sind die einzige brauchbare Entscheidungsgrundlage. Ein erwachender Mensch muss lernen, seine Herzgefühle ernst zu nehmen und nach ihnen zu entscheiden, denn dies sind die Entscheidungen des göttlichen Menschen, der sich nicht um alte, menschliche Begrenzungen kümmert. Diese Entscheidungen kommen schnell, bringen die göttlichen Lösungen und brauchen keinerlei Überlegung. Wenn ein Mensch gelernt hat, seine Herzgefühle bewusst wahrzunehmen, ist er auch in der Lage, sie sehr gut auszudrücken.

Nur mit den Herzgefühlen lernt der Mensch sich selbst wirklich kennen. Wer er wirklich ist, was er wirklich kann, was er wirklich will, wie das Leben in Wahrheit funktioniert, alles eben. All diese Dinge sind dem Verstand und den Emotionen völlig unzugänglich. Auf dieser Ebene stehen Erkenntnisse und Antworten einfach da, sie können nicht erdacht werden. Auf dieser Ebene gehen die Lichter an.


Die dritte Art des Fühlens setzt voraus, dass man mit seinen Herzgefühlen vertraut ist und sein Leben nach ihnen ausrichtet. Es ist das, was die Seele fühlt, wenn der Mensch etwas erlebt und somit fühlt. Präziser ausgedrückt: Das, was der Mensch auf seiner innersten und tiefsten Ebene fühlt, wenn er etwas erlebt. Denn die Seele, die Göttlichkeit, ist ja nichts anderes als der Mensch, nichts Getrenntes, sie ist der Mensch selbst, eine Dimension von ihm, die er in seinem Leben in der Dualität ignoriert und verdrängt hat. Auf dieser tiefen Ebene gibt es weniger unterschiedliche Gefühle, es ist alles sehr viel einfacher.

Ein Beispiel. Ein Mensch erlebt einen Konflikt in seiner Partnerschaft. Seine Emotionen vermitteln ihm Ärger und den Wunsch, dass sein Partner sich doch anders verhalten möge. Seinem Herzgefühl gemäß möchte er etwas sagen oder tun, von dem der Mensch glaubt, dass dies das Ende der Partnerschaft bedeuten könnte. In einer anderen Situation verspürt der Mensch den Wunsch, eine lange Reise durch die karibischen Inseln zu machen, aber er hat zu wenig Geld dafür. Außerdem müsste er seinen Job aufgeben, wenn er mehrere Monate vereisen möchte. In wieder einer anderen Situation sieht der Mensch einen Film über eine Person, die allen Unkenrufen zum Trotz alles aufgibt, um sich ihrer großen Leidenschaft des Malens hinzugeben. Der Mensch fühlt deutlich seine eigene Leidenschaft (= Herzgefühl) und lebt kurz auf. Später verwirft er diese Gedanken, weil er nicht weiß, wie er das alles anstellen soll.

Die Herzgefühle dieses Menschen antworten immer auf die konkrete Situation: Sag, was du fühlst; mach die Reise; lebe deine Leidenschaft. Auf der tieferen Ebene ist das Gefühl immer dasselbe: Begrenzung. Die Seele erfährt immer nur, wie sich Begrenzung anfühlt. Die Situation ist egal, übrig bleibt das Gefühl der Begrenzung.

Seit ein paar Monaten erlebe ich diese Gefühle auf Seelenebene bewusst, und das ist berauschend! :-) Ich fühle, worum es auf meiner tiefsten Ebene wirklich geht. Und vor allem, was ich auf meiner tiefsten Ebene wirklich will! Das bringt Klarheit. Eine Klarheit, die mit nichts auch nur einen Zentimeter darüber zu vergleichen ist. Meine Herzgefühle sagen mir, was ich tun will. Ich meine, was ich wirklich tun will. Und auf dieser tiefsten Ebene der Gefühle nehme ich wahr, warum ich es tun will. Mit den üblichen menschlichen Wünschen und Bedürfnissen hat das natürlich gar nichts zu tun. Auf der Ebene der Herzgefühle wäre die Antwort: weil ich meine Leidenschaft leben will. Auf der Seelenebene spüre ich, warum ich gerade diese Leidenschaft bzw. diese konkrete Ausprägung dieser Leidenschaft leben will. Und so spüre ich meine wahren Motivationen. Das fühlt sich tief, reich und vollständig an.

Die Ebene der Seelengefühle ist die Ebene, auf der das Gesetz der Anziehung wirkt. Gemäß dem, was ein Mensch auf dieser Ebene will, werden die entsprechenden Energien angezogen. Alles darüber zieht entweder keine oder ganz andere Energien an, als der Mensch glaubt. Deshalb wird er unglücklich und glaubt, Probleme zu haben. Er kennt seine tiefste Ebene nicht, die wirklich die Energien anzieht. Und deshalb ist die Klarheit, die Erleuchtung auf dieser Ebene so groß. Man sieht plötzlich, wie alles perfekt funktioniert. Man sieht, was man wirklich will und wirklich tut.


Und schließlich die vierte Art des Fühlens, die ich bewusst erst seit einigen Wochen kenne. Und die ist aktuell gerade der Hammer für mich. :-) Ich habe bemerkt, dass ich schon seit geraumer Zeit auch auf diese Art fühle, aber es war mir nicht richtig bewusst. Und was zählen die Dinge schon, wenn sie mir nicht bewusst sind?

Wie beschreibe ich das? Also, ich habe mich schon vor ein paar Jahren von den Emotionen verabschiedet. Das heißt natürlich nicht, dass ich keine Emotionen habe und sie auch bewusst empfinde, aber sie haben keine Bedeutung mehr für mich. Und deshalb währen sie auch viel kürzer, als das früher einmal der Fall war. Wenn zB ein geliebter Mensch mein Leben verlässt, empfinde ich Trauer. Auch emotional, aber vorrangig eigentlich auf der Herzebene. Diese Trauer führt mich in kein Drama, wie: „Ich will diesen Menschen wieder zurück haben!“ Und sie hält im schlimmsten Fall nur etwas mehr als einen Tag an, meistens jedoch nur einige Stunden. Ich fühle diese Trauer bewusst, begebe mich voll in das Gefühl hinein, schiebe nichts davon weg und koste es aus. Dann ist diese Trauer nach sehr kurzer Zeit verarbeitet.

Gefühle durch Dramen und durch Gut-Schlecht-Bewertungen kenne ich nur mehr am Rande. Vor allem erstere gibt es seit ein paar Jahren nicht mehr. Angst kenne ich noch, doch sie verpufft immer häufiger im Nichts. Ich pflege einfach seit Jahren – und immer mehr – einen völlig anderen Umgang mit meinen Bauchgefühlen, was mein Leben enorm erleichtert. Und einige davon habe ich, wie gesagt, seit einiger Zeit nicht mehr.

Doch seit einigen Wochen erlebe ich etwas, das ich am besten mit einer Situation beschreibe, die ich vor ca. zwei Wochen erlebt habe. Ich habe mir einen Film angeschaut, Der seltsame Fall des Benjamin Button. (Übrigens ein wunderschöner Film mit einer sehr originellen Geschichte mit Brad Pitt und der fabelhaften Cate Blanchett.) Der Film ist eben ein Film, d.h., es geht auch um menschliche Emotionen und Dramen, um gut und schlecht und richtig und falsch. Abgesehen davon, dass mir der Film ausgesprochen gut gefällt, waren da Szenen, bei denen ich emotional tief berührt war. Ich habe sogar ein paar Tränen hervorgedrückt. Und da fiel mir auf, dass ich diese Emotionen ganz anders erlebte. Nicht der Mensch Reiner erlebte diese Gefühle, sondern der Gott Reiner, die Seele. Und da wurde mir so richtig bewusst, was ich in etlichen Channelings gehört hatte: Gott will den Menschen kennen lernen. Mir ist vor allem Kuthumi in Erinnerung, weil er so schöne plakative und lustige Beispiele bringt. Wie zB dieses: „Deine Seele möchte erleben, wie du pinkeln gehst.“

Im Erwachensprozess fühlt sich ja der Mensch lange, lange Zeit so, als ob er auf der Suche nach seiner göttlichen Beschaffenheit und seiner göttlichen Identität wäre. Und dabei übersieht er, dass es umgekehrt genauso ist. Der göttliche Kern sucht den Menschen, er möchte endlich erleben, was der Mensch erlebt. Er will nicht länger versteckt im Untergrund leben, er will teilhaben an allem, was das menschliche Leben ausmacht. Der (sich getrennt fühlende) Mensch hat über Zeitalter seinem göttlichen Kern den Rücken gekehrt. Und nun will der göttliche Kern genauso in das Menschsein eintauchen, wie der Mensch in seine Göttlichkeit eintauchen will.

Die ganzen Emotionen hat über Zeitalter nur der menschliche Teil erlebt, Gott weiß nichts davon. Und jetzt, seit ein paar Wochen, erlebe ich bewusst, wie ich von meiner tiefen, göttlichen Ebene aus meine menschlichen Gefühle erlebe. Das ist wirklich der Hammer! Ich Gott tauche ein in diese Erfahrungswelt. Alle Emotionen sind frisch und neu. Und sie sind spannend und aufregend! Was für eine Erfahrung!

Ich kenne natürlich diese Gefühle, sie sind mir nicht neu. Ich kenne sie als Mensch, von der Warte des getrennten Menschen aus. Mir fällt hier das Gleichnis des Eisbergs ein. In diesem Gleichnis ist der Teil des Eisbergs, der über Wasser ist, der Mensch. Der Teil unter Wasser ist der Gott. Natürlich ist der Eisberg immer ein Ganzes, aber der Teil über Wasser kann so tun, als ob der Teil unter Wasser nicht existieren würde. Und nun erlebe ich, wie der Teil unter Wasser die Emotionen erfährt, die bislang nur der Teil über Wasser gekannt hat. Das ist gewaltig! :-) Gott lernt (endlich!) den Menschen kennen! Bei dieser Art des Fühlens falle ich nirgendwo hinein, in keine Traurigkeit und kein Drama. Ich erlebe nur, wie ich in meiner göttlichen Tiefe die menschlichen Gefühle wahrnehme. Und das ist wieder ein eigenes Gefühl für sich, unabhängig von der Emotion, die ich wahrnehme. Die Emotionen bekommen auf einmal eine ganz andere Qualität. Sie sind nicht gut oder schlecht, sie sind nicht wünschenswert oder nicht wünschenswert, sie sind nur, wie sie sind. Sie sind tief und bereichernd, frisch, spannend, wundervoll und schön. Und dieses Gefühl dahinter ist eine neue Art von Bewusstheit.

Wie schön kann das Leben sein? Es kommt der Punkt, wo alles nur noch schön ist. smileylaughyes

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Kapitel: 
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Überlebst du noch, oder lebst du schon?: Vom Überleben zum Leben

Das Leben der allermeisten Menschen scheint vorgegeben zu sein: Geburt, Stempel der Identität (Rasse, Nationalität, Geschlecht ...), Programmierung (wie man sich verhalten muss), Schule, Ausbildung, Beruf, Heirat, Kinder zeugen und immer mühsamer großziehen, Scheidung, Schuften, Verpflichtungen eingehen, Verpflichtungen erfüllen, mit Krankheiten laborieren, Karriere machen (wegen des Ansehens und des Egos), Pension, ein bisschen weiterleben, Gewohnheiten beibehalten, sterben.

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Was ist Erleuchtung?

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Dies ist ein kurzes Video, in dem ich erkläre, was Erleuchtung eigentlich ist. Da die Erleuchtung in einem Moment geschieht und kein Prozess ist, ist dieses Video entsprechend kurz. wink