Ein dickes Danke!

Mitte September hatte ich ein traumatisches Erlebnis. Alle Energien schienen still zu stehen, insbesondere der Geldfluss versiegte völlig. Ich verlor den Kontakt zu mir, zu meiner inneren Stimme, meiner Göttlichkeit, ich kam mir wieder fest schlafend vor, keineswegs erwacht. An bewusste Schöpfung war nicht zu denken, keine Spur von einem leichten Fluss. Was in den Monaten zuvor  mit einem Fingerschnippen und viel Vertrauen und Gelassenheit funktioniert hatte, war nun völlig weg. Es hatte bereits im Juli begonnen zu stocken, bis schließlich im September alles aussetzte.

Ich war völlig verzweifelt und wusste nicht, was ich tun sollte. Wie üblich in solchen Situationen tat ich nichts, das hatte immer geholfen, aber diesmal eben nicht. Naja, ich tat nicht ganz nichts, meine Sorgen wurden größer. Jedenfalls verlieh ich meiner Verzweiflung und Hilflosigkeit in einem Blog am 16. 9. Ausdruck.

Was dann geschah, war absolut überwältigend, ich hatte nicht im Geringsten damit gerechnet. Viele Menschen boten mir ihre Hilfe an, einige leisteten Hilfe, ohne sie vorher anzubieten.  In den Kommentaren zu meinem Blog ist das Ausmaß der Unterstützung bei weitem nicht ersichtlich. Einige Shaumbra schrieben mir E-Mails, in denen sie mir ihre Unterstützung anboten oder gute Tipps zukommen ließen. Andere spendeten Geld, ohne ein Wort darüber zu verlieren. Ich war gar nicht in der Lage, jedes Angebot anzunehmen. Beispielsweise konnte ich nicht an drei, vier Orten gleichzeitig wohnen. Hier war Joyas Einladung einfach das Passendste, nein, eigentlich das Perfekte. Es war exakt genau das, was ich wollte. Und ich begann schon wieder, mein Schöpfersein zu erkennen. :-) Aber darüber schreibe ich noch gesondert ausführlicher.

Ich bekam alles, was ich brauchte und wollte. Ich konnte wohnen, ich erhielt Geld, eine liebe Shaumbra aus der Steiermark führte mich von Wien ins Grünhexenland und überraschte mich obendrein mit einem Wertkartenhandy, das ich mir seit einiger Zeit unausgesprochen wünschte, ich erhielt die Gesellschaft, nach der ich mich sehnte, nämlich Menschen, die mich verstehen. Dabei lag die Latte in mir ziemlich hoch, und sie wurde um keinen Millimeter unterboten. Das köstliche Essen hatte ich mir nicht extra gewünscht aber trotzdem bekommen. :-)

Und ich erhielt sehr, sehr viel Mitgefühl. Ich kann euch sagen, das tut gut! :-)

Nun, nach einer längeren Phase der inneren Einkehr, ist es an der Zeit, hier öffentlich danke zu sagen. Ich bedanke mich aus tiefstem Herzen bei allen Shaumbra, die mich unterstützt haben. Auch die, deren Angebote ich nicht annahm, haben mir geholfen. Durch ihr Mitgefühl und ihre Bereitschaft zu helfen. Nehmt es mir bitte nicht krumm, wenn ich mich nicht bei allen persönlich bedanke, es waren einfach ziemlich viele. Aber ein paar Menschen, die bis jetzt noch nichts von mir gehört haben, werde ich auf jeden Fall noch kontaktieren.

Es gab nur eine Art von Unterstützung, die ich nicht annahm, weil ich nicht wollte, nämlich die Angebote von Gratissitzungen verschiedenster Art. Es gab einige Menschen, die mir solcherart helfen wollten. Das entspricht mir einfach überhaupt nicht. Ich meine, all diese Methoden gehen davon aus, dass in meinem Bewusstsein und/oder meinem Energiefeld irgendetwas nicht richtig ist und korrigiert oder geheilt oder sonst wie verändert gehört. Wenn ich mich in so eine Position begebe, sage ich damit implizit zu mir selbst, dass ich selbst nicht die Lösung meiner Probleme habe. Mit anderen Worten, dass ich nicht vollständig bin oder kein Vertrauen in meine Vollständigkeit habe. Und ich beginne, Themen zu bearbeiten, meine Aufmerksamkeit (noch mehr) auf ein Problem zu lenken, anstatt auf mich, auf das, was ich bin und was ich will. Leser meines Buches wissen sehr gut, wie ich dazu stehe. ;-) Einzig und allein über JonaMos Angebot habe ich länger nachgedacht, weil ich sie persönlich kenne und schätze und weiß, worauf ich mich einlassen würde.

ABER: Meine Einstellung zu diesen Dingen bedeutet keinesfalls, dass ich diese Unterstützungsangebote geringschätze! Ich habe mich darüber genauso gefreut, denn diese lieben Menschen haben mir das angeboten, was sie haben und was sie können. Ich war und bin sehr dankbar für das Mitgefühl und die Hilfsbereitschaft, die ich von ihnen spürte.

Am Tag meiner Ankunft im Grünhexenland habe ich zum letzten Mal für längere Zeit telefoniert und meine Mails abgerufen. In den folgenden Tagen habe ich noch ein paar Mal ins Internet geschaut und Kommentare zu meinem Beitrag gelesen und teilweise beantwortet. Dann war auch das vorbei. Ich hatte nicht geplant, mich so konsequent von der Außenwelt zurückzuziehen, eher im Gegenteil. Ich hatte mir gedacht: „Oh fein, im Grünhexenland in meinem eigenen Haus habe ich Zeit und Ruhe, um viele Dinge zu tun. Beiträge zu schreiben, Shaumbra Österreich und andere Websites weiter zu entwickeln, das Shaumbra Kaufhaus fertig zu stellen usw.“ Und dabei würde ich ganz nebenbei wieder zu mir finden, dachte ich. Doch ich tat nichts davon.

In der ersten Woche hier tat ich, glaube ich, fast gar nichts. Ein paar Handgriffe da und dort, aber nichts Größeres. Abgesehen davon, mit Joya allabendlich inspirierende Gespräche zu führen. Joya sagte mir wohl, dass sie sich über die Erledigung einiger weniger Arbeiten freuen würde, machte dies aber nicht zur Bedingung meines Aufenthaltes. Es musste einfach gar nichts sein. Das ist ein wesentlicher Bestandteil des Lebens im Grünhexenland, worüber ich auch noch schreiben möchte. So nach und nach wurde ich aktiver und entwickelte große Freude daran, mit meinen Händen zu arbeiten, vor allem draußen im Freien. Ich gewöhnte mich an die Menschen und Tiere hier (Joya, ihr Mann bzw. Lebenspartner, deren gemeinsame Tochter, zwei Hunde, zwei Katzen und zwei Pferde), die Menschen und Tiere gewöhnten sich an mich, und das Leben wurde immer schöner und erfüllter. Zwischenzeitlich hatten sich auch die Nachbarn, die Winzer sind und einen Buschenschank betreiben, an mich gewöhnt. ;-) (Das Leben eines Weinliebhabers direkt an der südsteirischen Weinstraße ist eine Herausforderung für sich. ;-) )

Meine sonst üblichen Tätigkeiten und meine gewohnten Beziehungen blieben völlig liegen. Jeweils zur Wochenfrist dachte ich mir: „Jetzt hast du dich schon eine Woche nicht gemeldet, schon zwei Wochen, schon drei Wochen …“ Ich spürte einen Kampf in mir. Eine Stimme sagte mir: „Du musst dich bei deinen Freunden melden, du musst deine Arbeiten weiterführen, du musst Newsletter schreiben, du musst, du musst, du musst …“ Eine andere Stimme, die mir nie sagt, dass ich etwas tun muss, nämlich meiner innere Stimme, meldete sich gleich gar nicht zu Wort. Ich nehme sie sonst durchaus in Form von Gedanken, also Worten, wahr, aber diesmal sprach sie ausschließlich über Gefühle. Und diese Gefühle sagten mir sehr deutlich, dass ich eben nichts muss, dass jetzt alles anders ist bzw. im Begriff ist, anders zu werden und dass ich ruhigen Gewissens mein Leben genießen soll. Und das tat ich. Irgendwann einmal war der Kampf nicht mehr spürbar. Meine beharrliche Weigerung, ihn zu führen, und meine beharrliche Weigerung, einem empfunden Müssen nachzugeben, haben mich wieder zur Ruhe geführt. Das war die Voraussetzung dafür, dass sich langsam wieder das Bedürfnis entwickeln konnte, nach außen zu gehen.

Auch über diesen Prozess möchte ich noch ausführlicher schreiben. Er war eine sehr wertvolle Erfahrung für mich, die geteilt werden möchte.

Wie auch immer, mein Leben ist anders als zuvor. Und was wollte ich am allermeisten? Veränderung! ;-)) Natürlich hatte ich sie mir anders vorgestellt, aber das ist ja der Normalfall.

Schließlich möchte ich noch ein paar Gedanken zur Dankbarkeit teilen. Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich meinen Dank ausdrücken soll. Dass ich mich bedanken wollte, stand fest. Aber wie. Ich bin in Gedanken all die wunderbaren Geschenke durchgegangen, die ich von all meinen Unterstützern erhalten habe. Und dann bin ich sehr schnell draufgekommen, dass die Liste der Dinge, für die ich mich bei Joya, ihrem Mann und ihrer Tochter bedanken müsste, schier unendlich lang ist. Ich könnte täglich eine Stunde mit Danksagungen verbringen. Mit traditionell geübter Dankbarkeit wäre ich sehr schnell in einem Abhängigkeitsverhältnis, das sich gewaschen hat. Meine Existenz wäre von Joyas Großzügigkeit abhängig.

Aber so funktioniert Leben nicht. Und so funktioniert das Leben im Grünhexenland nicht. Hier lebt jeder eigenverantwortlich und trägt seinen Teil zur Gemeinschaft bei. Und zwar den Teil, den er beitragen möchte. Die Frage, wie viel die anderen für mich leisten, und wie viel ich für die anderen leiste, stellt sich gar nicht. Soweit ich Joya kenne, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie schon jemals gedanklich aufgerechnet hat. Ich habe es jedenfalls nicht getan. Es ist für mich wirklich eine außerordentliche Erfahrung, das Leben hier zu beobachten und mitzuleben, es zu erleben. Für mich ist es in punkto Gemeinschafts- und Familienleben ein Standard. Diesen Standard hatte ich zuvor noch nirgends gesehen.

Natürlich bin ich dankbar, sehr sogar. Aber nicht in dem Sinn, dass ich mich abhängig sehe und mich frage, was ich alles tun muss, um eine adäquate Gegenleistung zu bringen, um mir das Leben hier zu verdienen. Oder dass ich mich frage, auf welche Weise ich meinem Dank Ausdruck verleihen soll. All das wäre das Festsetzen eines Preises, also die Bewertung von Leistungen. Was zu einer Forderung einer Gegenleistung führt. Und schon wären wir drin in dem Hamsterrad, in dem sich die große Masse der Gesellschaft noch immer befindet, und aus dem auszusteigen sich Shaumbra anschicken. Eine Schieflage könnte nur dann entstehen, wenn einer von uns Energie stehlen würde. Aber das tut hier niemand.

Und natürlich habe ich mich für alles bei mir selbst bedankt. Denn ich bin nicht nur der Schöpfer der unangenehmen Dinge in meinem Leben. Auch die aller angenehmsten und wunderschönsten habe ich erschaffen.

Beitrag des Moments

Letzten Freitag bin ich relativ spontan nach Wien gefahren, ich hatte das wenige Tage zuvor für mich beschlossen. Da gab es eine Vorgeschichte. Teres a hat sich vor wenigen Monaten auf Shaumbra Österreich angemeldet und einen Kommentar geschrieben, der mich sehr berührt hat. In der Folge haben wir in größeren Abständen ein paar Mails ausgetauscht. Einmal schrieb ich ihr, dass ich bei meinem nächsten Wienbesuch gerne mit ihr auf einen Kaffee gehen wollte.