Die fünf Phasen des Erwachens

Den Prozess des Erwachens, von seinem allerersten Anfang bis zur Vollendung, kann man grob in fünf Phasen einteilen. Diese Einteilung stammt nicht von mir, ich habe sie auf der Website Points of Power des Australiers Allen Stacker entdeckt. Sie scheint mir dermaßen zutreffend, dass ich sie übernommen und adaptiert habe. Du findest hier also keine Übersetzung von Allens Modell, sondern die Darstellung aus meiner Sicht mit meinen Worten. Die Phasen an sich und deren wesentlicher Inhalt stammen aber von Allen. (Die wörtliche Übersetzung von Allens Text gibt es im Bereich Besondere Texte.)

Die Phasen sind nicht so zu betrachten, dass die eine abgeschlossen wird und danach die nächste beginnt. Der Übergang von einer Phase in die nächste ist fließend, die Phasen gehen ineinander über. Insgesamt zeigen sie aber den Pfad, den heute erwachende Menschen beschreiten. Für zukünftige Generationen kann ich nicht sprechen.

Die Phasen 3 bis 5 werden in der Regel öfter durchlaufen, es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass es so passiert. Weil es nämlich sehr unwahrscheinlich ist, dass ein Mensch wirklich alles loslassen kann und dann erst die Integration seiner Göttlichkeit erlebt. Also geht er, nachdem er schon einmal im Neuen Land angekommen ist, wieder in die Phase 3. Mitunter sind auch Ausflüge in die Phase 2 möglich. Eine Rückkehr in Phase 1 oder gar davor ist dagegen ausgeschlossen, das kann der fortgeschrittene erwachende Mensch nicht mehr.

Phase 1: Der Beginn des Gewahrseins

Vor der Phase 1 ist der Mensch, wie fast alle anderen, ein schlafendes, getrenntes menschliches Wesen, das nicht die geringste Vorstellung von seiner wahren Natur und dem wahren Leben hat. Wenn er etwas davon hört, tut er es als Unsinn ab. Er lebt fest eingebettet im Massenbewusstsein, hält das, was ihm über das Leben immer und immer wieder erzählt wurde, für real und richtig und lebt im Grunde so, wie er es von Familie und Gesellschaft gelernt hat.

Doch eines Tages geschieht etwas. Er liest ein Buch, das ihm jemand geschenkt hat, er sieht einen Film, er besucht eine Veranstaltung, zu der er eigentlich gar nicht gehen wollte oder etwas Ähnliches in dieser Richtung. Dann macht es Klick. Der Mensch beginnt, manche Dinge anders zu sehen als bisher. Er beginnt, immer mehr zu hinterfragen, er gibt sich nicht mehr so leicht mit den Erklärungen anderer zufrieden. Er beginnt, sich wirklich seine eigenen Gedanken zu machen und nicht bloß in seinem Verstand wiederzukäuen, was andere gesagt und geschrieben haben.

Der Auslöser für diese Entwicklung muss nicht unbedingt ein einzelnes Ereignis sein, wie oben beschrieben, es können über die Zeit mehrere sein. Und eines ist dann der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Es kann auch sein, dass der Mensch jemanden kennen lernt, der so ganz andere Ansichten hat, und er langsam beginnt, einzelne Dinge von dieser anderen Sicht zu sehen. Oft kommt es auch vor, dass der Mensch ein traumatisches Erlebnis hat, wie zB einen schweren Unfall oder eine schwere Krankheit, die ihn lange ans Bett oder gar ans Krankenhaus fesselt. Dieses einschneidende Erlebnis gibt ihm die Möglichkeit, sein bisheriges Leben aus größerer Entfernung zu betrachten, was dazu führt, die eine oder andere Illusion zu erkennen. Sehr beliebt heutzutage ist das so genannte Burn-out, das immer mehr Menschen erfahren.

Nun hat der Mensch seine Augen ein kleines Stück geöffnet, erstmals in seinem Leben. Er beginnt zu erkennen, dass das übliche Leben mit den üblichen Jobs und üblichen Ausbeutungsmechanismen von Arbeitgebern, Regierungen und Finanzbossen eigentlich der nackte Wahnsinn ist und völlig an jedem echten Bedürfnis der Menschen vorbei läuft. Er erkennt den Druck und die Zwänge, denen Menschen ausgesetzt sind. Er sehnt sich nach einem Leben, das irgendwie echt ist, nicht so gespielt wie das andere. Er sehnt sich nach Menschlichkeit und menschlichen Werten.

Nun beginnt er, erstmals ernsthaft und wirklich darüber nachzudenken, sein Leben von Grund auf zu ändern. Den bisher eingeschlagenen Weg einfach fortzusetzen, ist nicht mehr die einzige Option. Er hinterfragt immer mehr und findet Informationen aus alternativen Quellen interessanter und teilweise glaubwürdiger als bisher. Gleichzeitig erlebt er, dass in seinem bisherigen Leben mehr Schwierigkeiten aufzutauchen scheinen.

Phase 2: Die Aufarbeitung

Der Mensch sieht sich auf einmal stark verändert. Dinge, die er lange Zeit geglaubt hat, von denen er fest überzeugt war, glaubt er plötzlich nicht mehr. Dafür glaubt er andere Dinge, die er zuvor für blanken Unsinn gehalten hat. War er vorher Atheist und streng materialistisch eingestellt, liebäugelt er nun mit der Vorstellung, dass es so etwas wie Gott gibt. Hing er vorher einem religiösen Glauben an, verliert er nun sein Gottesbild und religiöse Moralvorstellungen. Der Mensch entdeckt, dass es so etwas wie Energie gibt und das Universum nicht bloß aus Materie besteht. Das Wort Bewusstsein gewinnt an Bedeutung.

Der Erwachende will mehr wissen. Er verschlingt spirituelle Bücher, sucht einschlägige Seiten im Internet, ist von Channelings begeistert usw. Seine Bücherregale haben sich wirklich stark verändert! Er sucht Kontakt mit Gleichgesinnten, besucht Vorträge, Workshops und Seminare. Im selben Maß, wie er neue Informationen aufsaugt, will er sein neu gewonnenes Wissen teilen und aller Welt erzählen, wie weise er jetzt ist. Er fühlt sich auf dem Weg zur richtigen Wahrheit.

Manche Menschen verehren nun scheinbar große Lehrer oder Gurus und schließen sich bestimmten Strömungen an. Nun ist der Mensch drinnen in den Theorien von Chakren, Aura, Engeln und höheren Mächten, Energie ganz generell und dem Weg des Aufstiegs. Alles ist auf einmal interessant. Tarot, Channeln, Aura Soma, Kinesiologie, Bachblüten, TCM, Meditation … alles eben. Ganz besonders interessant werden plötzlich alte Weisheiten aller Art. Ganz besonders aus Indien, aber auch von den Kelten, Ägyptern, Chinesen, nordamerikanischen Indianern und natürlich den Mayas. Die ursprünglichen Lehren der Religionen sind plötzlich auch sehr gut. Der Mensch kommt zu der Einsicht, dass die alten Weisen schon immer gewusst haben, was Sache ist, und versucht, ihnen zu folgen.

Wow! Der Erwachende hat wirklich viel gelernt, und das in sehr kurzer Zeit! Er hat ebenfalls begonnen, regelmäßig zu meditieren oder andere Übungen zu machen. Einige Menschen begnügen sich nicht damit, für sich selbst zu lernen, sie wollen lehren und heilen. Also machen sie Ausbildungen, sammeln Zertifikate und Meistertitel. Es dauert ja auch wirklich nicht lange, um Reiki-Meister zu werden! Und wieder dauert es nur kurze Zeit, bis der Mensch selbst Seminare hält, andere Menschen heilt und womöglich auch gleich ganze Gruppen oder „kranke“ Plätze der Erde.

In dieser Phase kann es leicht passieren, dass der Mensch glaubt, die ganze Welt retten zu können und zu müssen, ja sogar die Erde selbst. Er wähnt sich in seiner Spiritualität auf dem richtigsten aller Wege. Doch für jeden, ob er nun selbst heilt und lehrt oder nicht, fühlt sich die Phase 2, vor allem in den ersten Monaten, so frisch und lebendig an, so echt wie bisher noch nichts im Leben. Das bringt viel Freude und macht Mut für weitere Schritte. Alles ist neu, alles ist wahr, es herrscht Aufbruchstimmung.

Viele Menschen gehen bis zu Phase 1 oder 2 und nicht weiter, für viele Jahre oder den Rest ihres Lebens. Aber nicht deshalb, weil sie weniger fähig wären als andere, auch die nächsten Phasen zu absolvieren, denn jeder Mensch verfügt über dieselben Fähigkeiten. Sie bleiben stehen, weil sie es so gewählt haben, sie fühlen sich hier wohl und möchten noch nicht das große Wagnis des vollständigen Erwachens eingehen. Irgendwann, in diesem Leben oder einem nächsten, werden auch sie den Weg bis zu Ende gehen. Die Reise des Erwachens ist kein Wettrennen. Außerdem kann die Menschheit insgesamt auch Menschen in der Phase 2 gut gebrauchen.

Bis inklusive Phase 2 befindet sich der Mensch vollständig in der dualen Energie. Die waaghalsigen Pioniere wollen aber alles, vollständig erwachen und in die völlig unbekannte Neue Energie gehen. Sie begeben sich in die knochenharte Phase 3.

Phase 3: Die Transformation

Wer in die Neue Energie will, muss zuerst aus der alten, dualen herausgehen. Mitnehmen kann er dabei … nichts. Die Phase 3 ist die Phase, wo es ernst wird mit der Transformation des Menschen, die Raupe wird zum Schmetterling, die Katze wird zum Vogel. Allen nennt diese Phase Loslassen, weil es zu einem Großteil darum geht. Ich bringe zu Beginn seine wörtliche Beschreibung dieser Phase:

In der Phase des Loslassens lassen wir das Alte gehen – ALLES Alte. Das ist das Herz des Übergangs, der Gang durch den Schornstein, die Feuer der Transformation. Hier beginnt unsere ganze, dualitätsbasierte Welt zu zerschmettern und auseinander zu fallen, hier beginnt unser gewohntes und komfortables Realitätssystem, sich zu verändern – und zwar radikal. In dieser Phase verschwinden die Requisiten von der Bühne, der Teppich wird uns unter den Füßen weggezogen, unser Sicherheitsnetz verschwindet, unsere alten Sicherheitssysteme fallen, alle unsere geliebten spirituellen Praktiken werden völlig wirkungslos, und wir wissen nicht mehr, wer wir sind, wo wir sind, ja nicht einmal mehr welcher Tag gerade ist. Hier werden wir  bis ans Mark herausgefordert, getestet und ausgezogen; unser altes Dualitäts-Selbst stirbt, um unser neues Göttliches Selbst geboren werden zu lassen.

In der Phase 3 wird dein Selbst, wie du es bisher kanntest, völlig zerschmettert. Es ist wie der Gang durch die Feuerwand, den wir vor Äonen erlebt haben, und während dessen wir die duale Energie erschaffen haben.

Hier muss der Mensch alles loslassen, was er bisher kannte und was ihm lieb und teuer war. Dabei rede ich weniger von Menschen und Dingen, sondern mehr von Vorstellungen, Glaubenssystemen und Mustern. Diese Sachen bestimmen das Leben, sie müssen gehen. Der Mensch erkennt, mitunter erst durch schmerzliche Erfahrungen, dass alles, was er bisher glaubte, falsch und nicht echt war. Er erfährt auch, dass zunächst immer weniger funktioniert, was bisher funktioniert hat, bis er schließlich merkt, dass gar nichts mehr funktioniert. Das kann sehr frustrierend sein.

Gleichzeitig passiert in dieser Phase aber auch etwas anderes. In der Feuerwand wurde die Seele in Myriaden von Stücken zerschmettert. Seither hat sie viele Aspekte ihrer selbst erschaffen, um auf vielfältige Weise das Leben zu erfahren und um dieses Leben zu bewältigen. Alle diese Teile kommen in Phase 3 zum Menschen zurück, weil er in seine individuelle Einheit geht. Er erlebt also gleichzeitig das Zerschmettern seines Selbst, den Beginn von etwas Neuem, Unbekannten, das größte Loslassen aller Zeiten und die größte Integration aller Zeiten. Das ist mehr als viel und kann sich stellenweise wie der blanke Horror anfühlen.

Glücklicher Weise gibt es nicht nur Herausforderungen, sondern auch wahrhaft Schönes und Großartiges. Der Mensch gewinnt immer mehr Klarheit über sich selbst und das Leben, eine Erkenntnis jagt die andere. Seine Vorstellung von Neuer Energie ist zwar äußerst diffus und unklar, aber sie hat schon begonnen, für ihn zu wirken. Er weiß zwar nicht wirklich, wie und wodurch sie wirkt, aber er sieht die Ergebnisse. Er erlebt also nicht nur, dass altenergetische Herangehensweisen nicht mehr funktionieren, sondern er erlebt auch viele Dinge, die er als Wunder bezeichnet: Neue Energie in Aktion. Dadurch erlebt er auch, dass vieles plötzlich sehr viel einfacher funktioniert als früher, wohingegen die alten Dinge immer schwieriger und schlechter funktionieren.

Der Mensch verändert sich stark. Er macht immer weniger Drama und akzeptiert immer mehr so, wie es ist. Er beginnt, seine Göttlichkeit zu erkennen, er beginnt, tatsächlich zu erkennen, dass er selbst niemand geringerer als Gott ist. Lange Zeit bleibt das allerdings noch eine Überzeugung im Verstand. Er sieht die Welt völlig anders als früher, er sieht alles anders als früher. Er wird immer bewusster, erkennt immer mehr Illusionen und ist immer mehr in der Lage, sich von einzelnen Illusionen zu befreien.

Und er beginnt, sich nach dem wirklichen, echten Leben zu sehnen, wie er sich noch nie nach etwas gesehnt hat. Nach dem Leben als souveräner, freier, göttlicher Mensch in der Neuen Energie. Er will wirklich und wahrhaftig das Leben auf der Erde als göttlicher Mensch in vollen Zügen genießen. Die Welt will er jetzt nicht mehr retten, weil er weiß, dass sie nicht gerettet werden muss.

Phase 4: Die Neugeburt

Das neue, göttliche Selbst erblickt das Licht der Welt. Der Mensch erkennt nun wirklich, wer er in Wahrheit ist. Er erkennt, dass er Gott, seine Seele, sein göttliches Selbst, oder wie immer man es bezeichnen mag, ist. Das ist das viel zitierte Erwachen, die Erkenntnis aller Erkenntnisse. In ziemlich kurzer Zeit ändert sich nun wieder alles. Der Mensch sieht klar, wie nie zuvor. Er entdeckt, was Wissen wirklich bedeutet: es ist einfach ein Sehen, wie etwas wirklich ist. Man muss dazu nichts erlernen, man sieht es einfach. Neue Energie beginnt nun, klar zu werden, der Mensch bekommt einen wirklichen Begriff davon und ein wirkliches Gefühl dafür.

Hat der erwachende Mensch in Phase 3 Neue Energie großteils noch recht unbewusst angewandt, wendet der nun erwachte Mensch sie jetzt bewusst an. Er sieht auch, dass es beim Versuch, alte und Neue Energie zu kombinieren oder zu vermischen, heftig kracht. Die beiden Ansätze widersprechen einander einfach, die Ergebnisse sind mit Sicherheit sehr unerwartet.

Wieder einmal ist alles neu, wie in Phase 2. Doch nun ist es echter und wahrer. Noch einmal kommen Schübe von Erkenntnissen, schnell hintereinander, weil jetzt so vieles so klar ist. Etliche Dinge, die noch im Gepäck sind, werden jetzt quasi automatisch losgelassen, weil es einfach nicht mehr her passt.

Hallelujah, es ist vollbracht! Gott im menschlichen Körper erhebt sich. Das Unverständnis für die alte Welt ist groß wie nie, die Toleranz für Machtspiele, Ausbeutung, Unterdrückung – mit anderen Worten, für Energiediebstahl jeder Art – ist auf Null. Gleichzeitig fühlt sich der Mensch immer mehr außer Standes, einem schlafenden Menschen zu erklären, wie das Leben wirklich ist.

Phase 5: Der Ausdruck

Für diese Phase bringe ich einfach die wörtliche Beschreibung von Allen Stacker. Sie drückt alles aus, was dazu gesagt werden muss.

Hier beginnen wir zu leben, wie wir nie zuvor gelebt haben, sogar wie wir es uns nie vorstellen hätten können … wir schwelgen im Leben, als ob es … wäre, mit totalem Mitgefühl und Verstehen und ohne Karma, Drama, Regeln, Agenda oder Illusion. Hier verstehen und schätzen wir WIRKLICH die Großartigkeit, in die wir integriert und mit der wir gemeinsam sind. Hier enden alle altenergetischen Verstandesspiele – all das Streben, Kämpfen, Steuern und Manipulieren – und ein neuenergetisches, synchronistisches Leben beginnt. Ein Leben, in dem alles in perfektem, göttlichem Fluss ist, in dem alles, was wir brauchen oder wünschen könnten, im genau richtigen Moment erscheint. – JETZT!

Das ist das Ende der Reise, das jede spirituelle Lehre in ihrem ursprünglichsten Kern berührt, sogar verspricht, aber niemals liefern kann.
Hier endet jedes Suchen und Anstreben, hier beginnt das Abenteuer und das LEBEN … wo wir nicht mehr in der Umklammerung der Vergangenheit oder der Angst vor der Zukunft sind.
Hier können sofort unsere heiligsten Wahrheiten – die Weisheiten der Zeitalter – durch unermesslich weiter reichende Wahrheiten ersetzt werden.
Hier leben wir, als ob jeder Tag sowohl unser erster als auch unser letzter wäre – was er auch ist.
Hier ist nichts sicher, aber auch nichts unsicher, wo nichts funktioniert, wie es einmal funktioniert hat, aber wo alles funktioniert – perfekt und göttlich.
Hier sind wir immer wahr für uns und wirklich für andere – wir tun, was wir sagen und leben unsere Liebe.
Hier rührt uns unser Mitgefühl für die Menschheit zu Tränen, aber unsere Toleranz für Unehrlichkeit, Heuchelei, Dogma und Unsinn ist auf Null geschrumpft.
Hier schauen wir nicht mehr auf Gurus, Swamis, Channels [Channeler], Idole, Meister, Pädagogen oder Führer … oder auf irgendeine vermutete Superkraft irgendwo im Himmel.
Hier WISSEN wir, dass auch wir Gott sind … und jeder andere ebenfalls.
Wenn er nur erwachen würde …

In der Phase 5 treten recht bald die Dinge zutage, die in Phase 3 nicht losgelassen wurden, und davon gibt es mit Sicherheit etliche. Also fällt der Mensch wieder zurück in das Gefühl der Getrenntheit. Er hat bereits das göttliche Leben gekostet und erlebt nun wieder, dass nichts funktioniert. Diesmal sieht die Phase 3 noch viel schrecklicher aus als beim ersten Mal, weil der Mensch bereits das großartige, göttliche Leben kennen gelernt hat.

Wenn du dich in diesem Stadium befindest, lass dir gesagt sein: Das ist normal! Wenn du weißt, dass es normal ist, nach Phase 5 wieder in Phase 3 zu gehen und dass du mit Sicherheit wieder in die Phase 5 kommst, irgendwann endgültig, dann brauchst du nicht zu verzweifeln und kannst mit Gelassenheit da durch gehen. Und das beschleunigt den Prozess erheblich.

Wie lange jede einzelne Phase dauert, kann nicht gesagt werden. Jede Phase, mit Ausnahme von Phase 4, kann ein paar Jahre dauern, der ganze Prozess dauert auf jeden Fall einige Jahre. Die Phase 3 dauert sicher am längsten. Der wiederholte Durchlauf der Phasen 3 (vielleicht 2) bis 5 hat auch Vorteile. Er geht jedes Mal mit einem höheren Grad an Bewusstheit vonstatten. In deiner ersten Phase 3 siehst du einige Dinge gar nicht, die du noch loslassen musst. Du glaubst, du bist schon frei von allem Alten. Erst in den Phasen 4 und 5 erkennst du, dass da noch etwas ist, und noch etwas, und noch etwas. Das kannst du auch feiern und mit Freude da durch gehen.

In Wahrheit ist das wiederholte Durchlaufen einiger Phasen keine Vorwärts- und Rückwärtsbewegung, sondern eine Bewegung, die eine Spiralform bildet. Vielleicht kennst du das Bild der Wellen des Bewusstseins von Adamus oder aus meinem Buch Spirituelle Revolution. In dir ist dein göttliches Bewusstsein und das des menschlichens Selbsts, das im Wesentlichen aus dem Verstand besteht. Diese beiden Wellen bewegten sich über Ewigkeiten zusammen und wieder auseinander – bis zur Phase 4. Päng! Die Linien kreuzten sich, der Mensch ist erwacht! Kreuzen bedeutet, dass sie sich danach wieder voneinander weg bewegen, du fühlst dich wieder getrennt. Aber die Wellen kommen wieder zusammen, das müssen sie!

Wenn du die Linien nicht horizontal sondern vertikal vor deinen Augen siehst und sie dir nun dreidimensional vorstellst, hast du eine Spirale vor dir. Die Spirale wird nach oben immer enger, das Menschliche und das Göttliche verschränken sich immer mehr, bis sie schließlich verschmelzen. Wenn du also wieder einmal nach Phase 4 oder 5 in die schmerzliche Phase 3 kommst, dann sei dir einfach dessen bewusst, dass du schon verschmolzen bist – und einfach nur noch einmal zurück kommst, um etwas loszulassen, was du loslassen musst. Aber auch das passiert von selbst, du musst nicht daran arbeiten.

Und sei dir dessen bewusst, dass es noch eine Spirale gibt. Die Spirale deines gesamten Bewusstseins, deines gesamten Wesens, die Spirale von allem, was du bist. Die öffnet sich nach oben immer weiter, dein Bewusstsein wächst und wächst und wächst. Es lernt nicht nur der Mensch von Gott, auch Gott lernt vom Menschen, unentwegt, in jedem Moment.

Ich habe für diese Website als Logo eine Spirale gewählt, um diese Entwicklung zu verdeutlichen. Wobei im Logo die Spirale aus größer werdenden Punkten besteht. Die Punkte symbolisieren dein Bewusstsein, das immer größer wird.


Anmerkung: Die Übersetzung und Verwendung von Allen Stackers Texten geschah mit seiner freundlichen Genehmigung.