Die vier Ebenen des Wissens

Wenn Menschen von Wissen sprechen, meinen sie oft recht unterschiedliche Dinge. Vor allem ein Mensch in der dualen Energie und einer in der Neuen Energie reden von völlig verschiedenen Dingen, wenn sie Wissen sagen. Ich habe vier Ebenen von Wissen ausgemacht, die etwas Unterschiedliches bezeichnen und beschreiben. Man kann sicher auch fünf oder zehn Ebenen finden, es ist letztlich eine Frage der Einteilung und der Definition, also eine Frage des Nicht-Wissens.

Ebene 1: Reproduktion des Verstandes

Das ist das Wissen, das in der alten, dualen Welt so hochgehalten und so überdimensional bewertet wird. Ein Mensch lernt mit seinem Verstand, was andere sagen und schreiben. Er versucht einfach, sich das Gehörte und Gelesene so gut und so originalgetreu wie möglich zu merken und einzuprägen, damit er es bei anderen Gelegenheiten genauso wiedergeben kann. In anderen Situationen versucht er, dieses Wissen als Anleitung für sein Tun zu verwenden. Er sagt sich: „Gemäß meinem gelernten Wissen muss ich jetzt dies tun, danach jenes.“

Diese Art von „Wissen“ ist nichts anderes als Informationen, die im Verstand gespeichert und bei Bedarf wieder abgerufen werten. Informationen, die man sich speziell in der heutigen Zeit jederzeit sehr schnell über das Internet beschaffen kann. Die Informationen sagen freilich nichts darüber aus, wie „gut" oder wie „richtig" sie sind. Der (getrennte) Mensch nimmt sie einfach als objektiv gültige Wahrheit an.

Je mehr solches Wissen ein Mensch anhäuft und dann zu gegebenem Anlass wiedergeben kann, desto höher wird er eingestuft, desto mehr wird er geachtet und bewundert. Das ist die einzige Art des Wissens, die an Schulen und Universitäten gelehrt und gefragt wird. Die Schüler haben zu lernen, was die Lehrer sagen. Recht haben dabei natürlich immer die anderen, denn dieses Wissen stammt ja niemals vom Schüler selbst, sondern immer von anderen, ach so intelligenten Menschen.

Die Ebene 1 ist die oberste, die flachste Ebene des Wissens. Ich würde das überhaupt nicht als Wissen bezeichnen, es hat mit wirklichem Wissen nichts zu tun. Es sind einfach Daten in der Datenbank des Verstandes. Es gibt natürlich Fälle, wo diese Informationen hilfreich sind, in praktischen Dingen des Erdenlebens. Beim Bedienen von Geräten, Anwenden von Werkzeugen usw.

Ebene 2: Eigene Verstandesleistung

Auf diese Ebene überprüft der Mensch eine Information, die er erhält, auf Plausibilität. Er vergleicht die erhaltene Information mit vielen anderen Informationen, die er zu diesem Thema in seiner Verstandesdatenbank gespeichert hat. Er vergleicht dabei auch mit Erfahrungen, die er gemacht hat, die ebenfalls als Informationen in seinem Verstand gespeichert sind. Es findet also eine Eigenleistung des Menschen statt, in der Regel eine Eigenleistung seines Verstandes. Es geht nicht um das bloße Reproduzieren von Informationen.

Ein Beispiel: An einem Sommernachmittag erhält ein Mann die Information, dass am späteren Nachmittag starke Gewitter einsetzen werden. Der Mann schaut in den Himmel, wo er keine einzige Wolke sieht und die Luft so klar ist, wie sie nur sein kann. Er verspürt ab und zu einen ganz leichten Wind, sanfte Brisen. Es ist nicht schwül, die Luft fühlt sich nicht drückend an. Aufgrund all dieser Informationen und seinen Erfahrungen, dass dies die Voraussetzungen für lang anhaltendes Schönwetter sind, entscheidet er, die Information über die Gewitter nicht zu glauben, nicht für wahr zu halten. Sie scheint ihm überhaupt nicht plausibel. Würde der Mann nur auf Ebene 1 des Wissens agieren, würde er mit Gewittern rechnen und diese Information auch gleich weiter verbreiten.

Auf Ebene 2 können auch Gefühle mitmischen, wie in dem beschriebenen Beispiel. Das Wahrnehmen von Wettersituationen passiert zum Teil auch über Gefühle. Man entwickelt ein gewisses Gespür. Das muss aber nicht in allen Fällen so ein. In anderen Bereichen läuft der Plausibilitätstest nur über den Verstand.

In diese Ebene fällt auch das, was gemeinhin als Intelligenz bezeichnet wird, das sogenannte Abstraktionsvermögen. Das bedeutet, dass der menschliche Verstand in der Lage ist, aus vorhandenen Informationen eigenständig eine neue Information zu produzieren, die er in dieser Form nie gehört oder gelesen hat. Er hat zB aus Erfahrung gelernt, dass alle schweren Alkoholiker relativ früh aufgrund ihres Alkoholismus sterben. Nun lernt er einen jungen Mann kennen, der täglich mehrere Flaschen Wodka trinkt. Ohne eine Information über seinen Gesundheitszustand zu haben, wird er schließen, dass dieser Mann in einigen Jahren sterben wird. Und er wird damit richtig liegen.

Da auf Ebene 2 eine Eigenleistung stattfindet, nicht nur bloße Reproduktion, geht sie schon tiefer als Ebene 1. Es kommt auch schon das Element hinzu, nicht alles bedingungslos zu glauben, was zB ein Professor auf der Uni sagt.

Ebene 3: Herzenswissen

Diese Ebene kennen alle erwachenden Menschen sehr gut, hier wird der Verstand völlig umgangen. Es ist das, wo ein Mensch Informationen erhält und eine tiefe Resonanz in sich spürt. Er weiß ganz einfach, dass diese Informationen wahr sind, obwohl sein Verstand keinerlei Beweise dafür hat. Das Gefühl vom Herz ist einfach so stark und eindeutig, dass es keinen Zweifel über die Richtigkeit der Informationen gibt.

Viele Menschen hörten irgendwann einmal, dass sie selbst die Schöpfer ihres Lebens seien und dass sie erschaffen könnten, was immer sie wollten. Und sie spürten in ihren Herzen, dass dies wahr und richtig war, obwohl der Verstand tausend Gegenargumente lieferte.

Es kommt aber auch Wissen von innen, vom Menschen selbst. Er spürt, dass er etwas Bestimmtes tun muss, obwohl es dem Verstand und allen anderen Menschen völlig verrückt erscheint. Aber er weiß, dass das richtig ist. Erklären kann er es nicht, denn das Herz kennt keine Verstandeslogik und kann deshalb auch nicht argumentieren. Es spürt einfach nur, was richtig und was falsch ist.

Die Ebene 3 geht sehr viel tiefer als die Ebenen 1 und 2. Auf dieser Ebene begegnet man sich selbst, was andere sagen, hat keine Bedeutung mehr. Die Menschen der alten, dualen Welt tun dieses Wissen als Spinnerei und bloßen Glauben ab, weil nichts davon bewiesen werden kann. Als Beweise lassen sie natürlich nur verstandeslogische Beweise gelten. Umgekehrt wissen Menschen, die sich auf das Wissen der Ebene 3 verlassen, dass Ebene 1 und großteils Ebene 2 nichts mit Wissen zu tun hat, sondern dass das purer Glaube ist. Professor XY sagt etwas, alle glauben es. Punkt.

Dennoch fehlt dem Wissen auf Ebene 3 noch etwas, die Gewissheit alleine ist noch zu wenig. Es fehlt die Erfahrung.

Ebene 4: Erlebtes Wissen

Ich kann im Herzen wirklich wissen, dass ich mein Leben selbst erschaffe und alles erschaffen kann, was ich will. Wenn ich dieses Wissen aber nicht lebe und erlebe, bleibt es dennoch irgendwie hohl. Es nützt auch nur bedingt, von anderen Menschen zu erfahren, dass sie dieses Wissen leben, letztlich muss ich es selbst tun, um es wirklich zu wissen. Wenn ich dann innerlich erlebe, dass, wie und wodurch ich alles in meinem Leben erschaffe, weiß ich nun endgültig wirklich, dass es so ist. Die Ebene 4 ist sozusagen der Beweis für die Ebene 3.

Mit Erleben meine ich hauptsächlich und zuallererst das innere Erleben. Ich kann von Ebene 1 bis 3 wissen, dass ich Gott bin. Ich kann sogar äußere Erfahrungen machen, die das untermauern, zB durch bewusstes Erschaffen von Dingen und Situationen. Aber es fehlt der innere Vorgang, das Erkennen, das Erleben in mir. Erst das macht das Wissen real, echt, wahr, wirklich.

Als ich mein Erwachenserlebnis hatte, erlebte ich, dass ich meine Seele bin, dass mein Körper meine Seele ist, nicht dass ich mich mit irgendeiner Seele da draußen vereinen musste. Ein äußeres Erleben fand nicht statt. Ich saß in meinem Stammcafé und erlebte das. Der Raum hat sich nicht verändert, die Menschen um mich begannen nicht zu jubeln. Ich erlebte das alles in mir. Und seit diesem Erlebnis weiß ich wirklich, dass es so ist.

Im Vergleich zur Ebene 4 verblassen die Ebenen 1 bis 3. Dieses Wissen ist echt, letztlich das einzige wirklich echte Wissen. Die Ebene 4 ist die tiefste. Vor allem die Ebenen 1 und 2 sind letztlich nur Philosophie, also ein Nachdenken darüber, was wäre, wenn etwas anderes so und so wäre. Aber auch Ebene 3 endet oft in bloßer Philosophie, wenn die Ebene 4 zu lange fehlt und der Mensch immer mehr seinen Verstand dem Wissen aus Ebene 3 hinzufügt.

Ein neuer Lehrer lehrt ausschließlich Wissen, das er aus der Ebene 4 hat. Egal, wo er steht, wie weit er gekommen ist und was er glaubt, an Entwicklung noch vor sich zu haben. Er beschränkt sich in seiner Lehre auf Ebene 4. Das ist das einzige, was er mit Sicherheit sagen und weitergeben kann.

Jeder Erwachende muss lernen, Wissen von anderen über Ebene 3 aufzunehmen und Ebene 1 völlig wegzulassen. Mit anderen Worten, wenn er anderen zuhört oder ihre Werke liest, muss er auf die Resonanz achten, die er in sich spürt. Das und nichts anderes ist seine eigene Wahrheit. Er muss lernen, das Geplapper seines Verstandes zu ignorieren und sich auf sein Gespür zu verlassen. Dies eröffnet die Möglichkeit, dass er von sich selbst aus und auf Ebene 4 lernt.