Ehrlich sein

Eines der großartigsten Hilfsmittel im Übergang, die ich kennen gelernt habe, ist ehrlich zu sich selbst zu sein. Völlig ungeschminkt ehrlich. Das 8. christliche Gebot, „Du sollst nicht lügen“, gilt zu allererst für den Menschen selbst. Jemand, der sich selbst nicht belügt, ist auch nicht imstande, anderen etwas vorzumachen. Ehrlich sein lässt sich am besten in Kombination mit dem Hilfsmittel Reden und schreiben anwenden.

In der dualen Welt haben die Menschen gelernt, sich ständig etwas vorzumachen. Und damit meine ich wirklich ständig, andauernd. Das mussten sie auch, wenn sie in der alten Energie leben wollten. In der alten Energie müssen die Menschen den ganzen, lebensfeindlichen Mist, den sie täglichen leben, zuerst und immer wieder sich selbst verkaufen, sonst gehen sie zugrunde – oder sie erwachen. Als Erwachsene haben sie leider vergessen, dass sie sich gegen die alten Glaubenssysteme innerlich gewehrt haben, als sie zum ersten Mal damit konfrontiert wurden. Aber sie wurden ihnen immer wieder als Wahrheit vorgebetet, sodass sie begonnen haben, sich selbst einzureden, dass das Leben eben so wäre.

Im Prozess des Erwachens tauscht der Mensch nur allzu oft die einen Glaubenssysteme gegen andere ein. Die neuen sehen in der Regel netter aus, sind es aber oft nicht. So oder so, der Mensch macht sich wieder etwas vor. Das ist auch kein Wunder, denn er steht noch immer unter dem Einfluss der alten Energie, wo eben andere weise sind und recht haben.

Mit ehrlich sein meine ich keineswegs Selbstkritik. Das machen die Menschen in der alten Energie zur Genüge. Sie werfen sich vor, im Unrecht und egoistisch zu sein und sich selbst zu wichtig genommen zu haben. Nein, Selbstkritik ist wirklich nicht angebracht. Aber wie wäre es, wenn ein Mensch, der sich immer wieder vormacht, schon so viel spirituelles Wissen zu haben, einmal ehrlich zu sich selbst sagt: „Ich fühle mich noch immer getrennt!“ Da nützt kein Wissen der Welt etwas.

Ehrlich mit dir selbst zu sein, bedeutet, dir gegenüber zu sagen, was du wirklich fühlst, was du wirklich empfindest, wie es dir wirklich geht und was du wirklich willst.

Und hier heißt es, nicht in den Verstand zu gehen. Wie zB: „Mir geht es wirklich nicht gut, ich empfinde nicht viel Freude in meinem Leben. … Aber im Vergleich zu anderen geht es mir doch recht gut.“ Ha! Da hat schon wieder der Verstand gesprochen, schon wieder hat ein duales Glaubenssystem zugeschlagen. Es geht auch nicht darum, darüber nachzudenken, was du wirklich willst, sondern das auszusprechen, was du im Moment fühlst. „Ich will dieses Scheiß Problem endlich los sein!“

Sprich alles aus, wie es für dich ist, wie du es empfindest. Sämtliche Glaubensmuster gehören hier aus dem Weg geräumt. Wenn dir ein Mensch, oder auch mehrere, fürchterlich auf die Nerven geht, dann sprich es aus. Wenn dir eine Situation auf die Nerven geht, sprich es aus. Wenn dir eigentlich alles und jeder und die ganze Spiritualität auf die Nerven gehen, sprich es aus. Jeder Erwachende erlebt das, wo ihm alles auf die Nerven geht. Und lass nicht wieder gleich deinen Verstand sprechen, wo sich ein Glaubenssystem meldet und sagt: „Das ist nicht gut, wenn du den Menschen nicht magst. Du musst alle lieben, sonst bist du kein spiritueller Mensch und wirst nicht erwachen.“ Das ist fürchterlicher Mist!

Ehrlich zu sich selbst zu sein kann enorm befreiend sein. Im Ehrlichsein befreist du dich von den Glaubenssätzen, die du dir sonst immer vorsagst, du stehst einmal wirklich zu DIR. Und was mag dann wohl passieren? Richtig, du kommst dir selbst so nahe, wie du es sonst nicht bist. Und worum geht es beim Erwachen? Zu dir zu kommen!

Im Ehrlichsein musst du nichts bewerten. Im Gegenteil, du lässt die übliche Angewohnheit, alles zu bewerten, weg. Deshalb fühlt es sich ja so befreiend an. Im Ehrlichsein werden alle Tabus gebrochen. Ja, sie sollen sogar gebrochen werden. Hier ist nur der bedingungslose Selbstausdruck angebracht. Der bedingungslose Ausdruck dessen, was du empfindest, ohne irgendeinen Nachsatz oder irgendeine Bewertung.

Wenn du redest oder schreibst und dabei nichts anderes im Sinn hast, als jetzt einmal Klartext mit dir selbst zu reden, kommen sehr schnell sehr viele Dinge, an die du zuvor gar nicht gedacht hast. Du stößt auf Dinge, die du gut vergraben und nicht angeschaut hast. Und du wirst dabei immer größer. Du wirst größer, weil du eine so gute und direkte Verbindung zu dir selbst aufbaust, und da stößt du eben auf deine wahre Größe. Ist das nicht wunderbar?

Ich habe oben ein paar Beispiele gebracht, die vermuten lassen können, dass Ehrlichkeit bedeutet, zu sagen, dass es einem schlecht geht. Das ist natürlich nicht so! Ich habe diese Beispiele nur gebracht, weil sie sehr anschaulich sind. Oft geht es ja auch in die andere Richtung. Du kannst dir auch einmal vor Augen führen, wie weit du schon gekommen bist. Nicht um dir einzureden, dass es dir jetzt gut gehen muss, sondern um einen Blick dafür zu bekommen, wo du tatsächlich stehst. In jedem Fall geht es aber darum, dein wirkliches Empfinden auszusprechen. Und da sieht es halt leider oft so aus, dass du im Erwachen, speziell in Phase 3, weniger glücklich bist als du es gerne wärest.

Die ungeschminkte Ehrlichkeit ist wirklich eine Autobahn zu dir selbst, zu deinem wahren Selbst. Der ganze Lack wird abgekratzt und übrig bleibt … dein wahres Selbst. Und wenn dabei herauskommt: „Kryon redet Scheiße, Adamus redet Scheiße, Reiner redet Scheiße. Sie haben alle keine Ahnung, wie es mir geht! Und überhaupt kotzt mich meine Familie an, sie hält mich gefangen. Ich will da raus!“ usw. usf. – Großartig! Das war dann wohl dein wirkliches Empfinden in dem Moment.

Und was ist weiter zu tun? Gar nichts. Außer vielleicht weitermachen mit Ehrlichsein, bis du die Lust daran verlierst. Und wenn du sooft ehrlich zu dir bist, dass du dauerhaft ehrlich zu dir bist, dann hast du deinen untrüglichen Indikator für das, was richtig und falsch für dich ist. Dafür, was duale, begrenzende Glaubenssysteme sind und was wirklich dem göttlichen Menschen entspricht.

Mit anderen Worten: Durch das Zulassen jeder Empfindung in dir und durch das Ehrlichsein mit dir selbst könntest du schneller erwachen, als du denkst. blush

Beitrag des Moments

Die Fünf Phasen des Erwachens zeigen einen Pfad vom Anfang der Reise bis zu ihrem Ende. Der eigentliche Übergang in die Neue Energie, die Transformation des Menschen, beginnt erst in Phase 3. Darauf liegt das Hauptaugenmerk dieser Skizze. Sie zeigt grob umrissen, was hier im Wesentlichen geschieht. Es ist unmöglich, alles, was hier geschieht und geschehen kann, darzustellen. Das würde mehrere Bücher füllen und wäre dann noch immer eine Skizze.

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Der leichte Weg

Erwachende Menschen lieben es, sich das Leben schwer zu machen, sie schlagen einen schwierigen und herausfordernden Weg ein. Bereits erwachte bzw. erleuchtete Menschen tun das in vielen Fällen ebenfalls gerne. Schlafende Menschen tun das zwar auch, aber die glauben ja, dass das Leben eben schwer sei, und um sie geht es auf meiner Website auch gar nicht. Erwachende und erleuchtete Menschen leiden an den Schwierigkeiten in der Regel mehr als schlafende, weil sie in ihrem Inneren wissen, dass alles eigentlich sehr einfach ist – oder zumindest sein sollte.

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