Pfingsten in Wien

Letzten Freitag bin ich relativ spontan nach Wien gefahren, ich hatte das wenige Tage zuvor für mich beschlossen. Da gab es eine Vorgeschichte. Teres a hat sich vor wenigen Monaten auf Shaumbra Österreich angemeldet und einen Kommentar geschrieben, der mich sehr berührt hat. In der Folge haben wir in größeren Abständen ein paar Mails ausgetauscht. Einmal schrieb ich ihr, dass ich bei meinem nächsten Wienbesuch gerne mit ihr auf einen Kaffee gehen wollte. Wieder etwas später überraschte sie mich mit einem Angebot: Ich könnte jederzeit bei ihr schlafen, wenn ich in Wien wäre.

Ich muss dazu sagen, dass wir beide uns nicht kannten. Sie kannte mich nur von der Plattform, und da waren ein paar E-Mails. Unter Shaumbra ist so etwas möglich, dass jemand fremde Menschen in seine Wohnung einlädt. Da ist so ein Grundvertrauen. Diese wunderbare Einladung veranlasste mich, meinen nächsten Wienbesuch in die nähere Zukunft rücken zu lassen, zumal ich ja die Stadt wieder einmal erleben wollte.

Kurz vor meinem Besuch erfuhr ich von Teresa, dass ihre Mutter, Ka rin, ebenfalls eine Shaumbra und auf dieser Plattform registriert ist. Das war ja spannend für mich! Eine Shaumbra-Familie! Das kennen wohl nicht viele Shaumbra aus ihrer eigenen Familie. Ich freute mich immer mehr, die beiden kennen zu lernen.

Zeitlich passte alles zusammen. Ich hatte insgeheim das Wochenende anvisiert. Dann erfuhr ich, dass Teresa soeben ihre Schauspielausbildung abgeschlossen hatte und die Abschlussklasse am Freitag im WUK ein Stück spielte. Ihr eigenes Stück natürlich. Und das wollte ich auch sehen. Also stand mein Entschluss fest. Als ich im Zug nach Wien saß, telefonierten Teresa und ich zum ersten Mal – wegen des Wohnungsschlüssels. Zum ersten Mal hörten wir unsere Stimmen. Ein, zwei Stunden später sahen wir uns dann auch. Gemäß meiner gewohnten Synchronizität kam ich genau dann ins WUK, als Teresa Probepause hatte und heraus auf den Hof kam. Wie ich es unter Shaumbra kenne, umarmten wir uns gleich einmal herzlich. Wie ich es ebenfalls kenne, war die Begegnung von der ersten Sekunde an sehr angenehm.

Wir konnten nicht lange reden, ich fuhr dann gleich in ihre Wohnung. Wir würden uns am Abend wieder sehen. Ich war dann viel zu früh wieder im WUK, weil ich noch etwas essen wollte. Und schon wieder habe ich völlig unverhofft Teresa getroffen. Wir lernten uns etwas näher kennen. Gut, dann ging sie zum Schminken und Umziehen, ich war noch eine zeitlang alleine.

Kurz vor der Vorstellung traf Karin ein. Die nächste typische Shaumbra-Begegnung. Herzliche Begrüßung, selbstverständliches Ausdrücken und Verstehen. Karin kam mir mehr wie eine Jugendliche vor als wie eine Mutter von drei erwachsenen Kindern. Hätte ich es nicht besser gewusst, hätte ich sie eher für Teresas Schwester gehalten.

Dann kam die Vorstellung. Meinem Gefühl und meiner Erfahrung nach haben alle gut gespielt. Diesen Eindruck hatte ich wahrlich nicht bei jedem Theaterstück, das ich gesehen hatte. Und es war sehr lustig! Von Anfang bis zum Schluss. Glücklicher Weise! Denn ich hatte schon lange kein Theater mehr gesehen und war nicht daran gewöhnt, dass es da jede Menge Drama gibt. Das hat mich in den ersten fünf, zehn Minuten sehr verstört, zumal ich seit meiner Ankunft im Grünhexenland kein Drama mehr kenne. Zum Glück war das Stück lustig, das half mir am Anfang über das Drama.

Nach der Vorstellung mussten natürlich Teresa, Karin und ich ausführlich quatschen. wink Wir saßen bis spät in die Nacht im WUK, tranken Bier und Wein und tauschten uns aus. Ich fühlte mich sehr wohl. smiley Diese beiden Frauen waren sehr bewusst und sehr lebensbejahend. Später im Bett ließ ich alles Revue passieren und dachte mir, wie leicht es war, sie zu lieben. Um mir gleich im Anschluss zu denken, dass es eigentlich unmöglich war, sie nicht zu lieben. (Was ich im Übrigen Teresa tags darauf auch gesagt habe.)

Den Samstag habe ich mit Teresa verbracht. Wir kauften ein, bummelten dann durch die Stadt, gingen abends nach Hause, kochten, aßen, und quatschten schon wieder bis in die Nacht. Und irgendwie war es am Nachmittag klar, dass wir früher oder später in meinem alten Stammcafé landen mussten. ;-) Für mich muss das bei einem Wienbesuch dabei sein, und ich nehme gerne meine Freunde mit dorthin. Teresa verstand, warum ich dieses Café so mag. Dort ist Raum und viel Energie in Bewegung. Sie spürte das.

Am Sonntag war das Shaumbra-Treffen, das ich kurzfristig angekündigt hatte. Wir waren nur zu viert, aber das machte uns gar nichts. Ich hatte die große Freude, den nächsten Shaumbra kennen zu lernen, nämlich Wa lter. Und wieder ging es mir so wie bei meinen beiden soeben gewonnenen Freundinnen. Es war unmöglich, Walter nicht zu lieben. Soweit ich das mitbekommen habe, ging es Teresa und Karin genauso. Und wieder war da diese ganz besondere Energie. Diese Leichtigkeit, diese Selbstverständlichkeit und diese Bewusstheit. Wenn mehrere Shaumbra an einem Tisch sitzen, ist das wirklich anders, als wenn man einen Abend mit weniger bewussten Menschen verbringt. Die beiden Damen gingen im Lauf der Nacht nach Hause. Walter und ich hatten uns noch etwas mehr zu sagen und hielten bis nach 7 Uhr früh durch. (Was übrigens auch nicht in jeder Stadt so einfach möglich ist.)

Der Montag war dann für Schlaf und Faulsein reserviert. Am Abend hatte ich dann wieder feine Gespräche mit Teresa. Am Dienstag bin ich wieder zurück ins Grünhexenland gefahren. Allerdings erst am späteren Nachmittag. Da blieb noch Zeit, mich kurz mit Karin zu treffen. Natürlich in meinem Stammcafé. Auch Karin bemerkte sofort die besondere Energie dort.

Irgendwie konnten wir alle nicht genug von einander bekommen. Ja, so fühlte sich das für mich an. Das heißt, so fühlt es sich noch an. Wir verabschiedeten uns mit „Bis bald!“, ohne freilich zu wissen, wann bald sein wird. Ich habe wieder drei Menschen aus unserer großen Familie kennen gelernt. Drei wundervolle, großartige, besondere, feine Menschen. Mein Herz ist so voll, dass da alle Worte unpassend wirken. Ich habe schon viele Shaumbra kennen gelernt, die meisten über diese Plattform. (Wozu sie übrigens auch dienen soll.) Jede Begegnung ist ein Fest. Ich find’s so schade, dass es Shaumbra gibt, die keine anderen Shaumbra persönlich kennen. Was für ein Verzicht!

Und da war dann noch Wien. Alte Liebe rostet nicht, wie ich in diesem Zusammenhang schon einmal geschrieben habe. Doch es fühlte sich diesmal anders für mich an. Ich fühlte keinen Wunsch, dort zu leben oder einen Wohnsitz dort zu haben. Sehrwohl aber fühlte ich Freude, diese Stadt zu besuchen, immer wieder mal zu besuchen, vielleicht öfter als in der Vergangenheit. Wie schön, dass sich mir da die Möglichkeit eröffnet hat, die Gästematratze einer ganz lieben Shaumbra-Freundin beanspruchen zu können. cheeky

Beitrag des Moments

Das ist nun mein Wort für das, was man oft Aufstieg oder Meisterschaft nennt. Ich habe ja geschrieben, dass mir beide Wörter nicht so gut gefallen. Besonders Aufstieg gefällt mir gar nicht gut. Wohin sollte ein Mensch aufsteigen? In den Himmel, in andere Sphären? In eine sensationell hohe (Licht-)Schwingung? Das erinnert mich zu sehr an esoterische Konzepte. Die Schwingungen eines Menschen verändern sich ständig, gemäß seinem Bewusstsein, das ist ein automatischer Nebeneffekt. Darüber hinaus erinnert mich Aufstieg zu sehr an Hierarchie.