Mein tägliches Leben

Gestern wurde ich in einem E-Mail gefragt, wie denn mein Alltagsleben so aussieht. Ich habe das Mail natürlich schon beantwortet, aber ich möchte noch mehr dazu sagen und das auch teilen.

Der Tag beginnt damit, dass ich aufstehe, wenn ich ausgeschlafen bin, nicht dann, wenn irgendjemand meint, dass ich jetzt aufstehen sollte. Mit irgendjemand meine ich nicht nur andere Personen, sondern auch das Massenbewusstsein und irgendwelche lustigen lustigen Aspekte von mir. Beides nehme ich sehr deutlich wahr, aber ich lasse sie links liegen. Dann bereite ich mein Frühstück zu, das recht umfangreich ist. Seit kurzem dauert das immer länger, weil ich gerade eine Phase durchlebe, in der mein Umgang mit der 3D-Realität zunehmend mühsam wird. Ich stehe vor den Küchenkästen und frage mich, was denn nun der nächste Handgriff ist. Da kann ich schon eine Minute planlos herum stehen. Und das bei jedem Handgriff. Dann schütte ich ganz selbstverständlich Milch in den Orangensaft statt in den Kaffee und so weiter. Aber nach 20 bis 30 Minuten habe ich es geschafft, das fertige Frühstück auf dem Tisch zu haben. Das ich dann langsam und genüsslich verzehre.

Ich liebe die Zeit rund ums Frühstück ganz besonders. Das Massenbewusstsein hat noch nicht seine Tentakeln nach mir ausgestreckt, ich bin ganz ich und ganz bei mir. Die beste Zeit für Inspiration und zum Treffen von Entscheidungen. Ich sehe ganz klar ohne äußere Einflüsse. Ich fühle mich, ich fühle meine Göttlichkeit und meine Menschlichkeit, und wie die beiden immer besser zusammenarbeiten. Gerne atme und fühle ich ein bisschen nach dem Frühstück.

Nach einer gewissen Zeit schalte ich den Laptop ein und spiele ein bisschen herum. Das ist immer etwas anderes, je nachdem, was ich gerade so mache. An Büchern arbeiten, an der Website basteln, was auch immer. Da spiele ich also eine Weile, und erst dann kommt die Morgentoilette, also duschen, Zähne putzen, rasieren usw. Erst danach bin ich bereit, mich nach draußen zu bewegen, um beispielsweise einkaufen zu gehen. Meistens ist es dann bereits ca. 14 Uhr.

Und dann mache ich das, was gerade aktuell ist in meinem Leben. Im Moment hat es viel mit Technik zu tun, im Hintergrund entstehen ein neues Buch und verschiedene neue Elemente auf meiner Website. Ich habe keinen Druck und verspüre so unheimlich gerne meine Kreativität. Wenn ich Lust habe, gehe ich spazieren oder in diesen wunderschönen Park, der unmittelbar hinter dem Haus ist, in dem ich wohne.

Und das alles ist eigentlich nicht der Punkt, es ist nicht das, worum es wirklich geht. Dieser Tagesablauf mag sich für den einen erstrebenswert anhören, für den anderen langweilig. Der Punkt, um den es wirklich geht, ist, mit welchem Gefühl ich das alles tue. Ich kann herum sitzen oder überdurchschnittlich aktiv sein. Diese Phasen wechseln sich ab. (Zur Zeit bin ich sehr aktiv.) Aber was fühle ich? Oder wie fühle ich mich?

Die Basisempfindungen sind bei mir immer Liebe und Freude. Ich spüre jeden Tag, wie sehr ich mich liebe und wie sehr ich mein Leben liebe. Seit meinem Erwachen vor siebeneinhalb Jahren ist meine Liebe immer präsent. Und in manchen Momenten ist sie überwältigend. Ich könnte jeden Tag mehrmals auf Facebook posten, wie sehr ich mich liebe, und tue es dann nur ab und zu. Diese Liebe führt zu unendlich viel Freude. Manchmal sitze ich da und und kann es kaum fassen, wie viel Freude ich empfinde und wie tief diese Freude ist.

Also mache ich alles, was ich mache, mit Liebe und Freude. Und da ist es dann völlig zweitrangig, was ich tue.

Die Liebe für mich selbst ist nicht die einzige Liebe, die ich empfinde. Da ist enorm viel Liebe für alles und jeden. Ich gehe zum Beispiel in den Park und sehe die Menschen dort. Und wenn ich dann so schön in mir ruhe, sind sie alle schön. Alles, was sie tun, ist schön. Jede Bewegung, jeder Ausdruck. Ich liebe sie alle in einem Ausmaß, das ich früher einmal nicht kannte. Ich hätte mir vor meinem Erwachen nicht vorstellen können, dass ich so unglaublich viel Liebe besitze. Denn – und das ist wichtig – es ist meine Liebe. Ob ich einen Menschen liebe oder einen Gegenstand oder eine Situation, es ist immer meine Liebe, die ich empfinde. Wenn ich sage, „ich liebe diesen Menschen“, heißt das nicht im geringsten, dass ich von diesem Menschen irgendetwas will. Er ist nur der Impuls, der dazu führt, dass ich meine Liebe spüre. Und natürlich erzeugt auch diese Liebe unendlich viel Freude. Freude an mir, an meinem Leben, am Leben überhaupt, an der gesamten Schöpfung.

In diesem Zustand von Liebe und Freude liebe ich es zu beobachten, wie sich ständig und andauernd alles im Leben perfekt zusammenfügt. Auch dann, wenn mir ein Ereignis im ersten Moment unangenehm erscheint und ich es ablehne. Aber nach kurzer Zeit sehe ich den größeren Zusammenhang, und dann sehe ich nur noch Perfektion. Diese Perfektion erzeugt natürlich wieder Freude …

Das ist also mein alltägliches Leben.

Was gibt es sonst noch darüber zu sagen? Es gibt bei mir sehr wenige soziale Aktivitäten. Im Vergleich zum Durchschnittsmenschen habe und pflege ich sehr wenige soziale Kontakte. Nun, ein erleuchteter Mensch braucht keine sozialen Kontakte, er braucht nichts und niemanden. Daher habe ich auch viel, viel weniger Bedürfnis nach einem sozialen Leben als früher einmal. Ich brauche nicht 50 oder 100 vitale Beziehungen. Ein paar wenige sind absolut ausreichend. Und die ändern sich auch recht schnell. Andererseits ertrage ich die meisten Menschen nicht mehr. Ebenfalls eine ganz normale Entwicklung nach der Erleuchtung.

Wie passt das zu der Liebe, von der ich zuvor gesprochen habe? Ganz einfach. Wenn ich unter Menschen bin und sie betrachte, tue ich das aus der Position einer inneren Distanz, nicht aus einer physischen Distanz. Aus dieser Position sehe und erfahre ich ihre ganze Schönheit und Größe. Ich kann sehen, wer sie hinter dem Vorhang ihrer Menschlichkeit wirklich sind. Dieses Wesen dahinter kann man nur lieben, es geht nicht anders. Wenn nun aber der Mensch in seiner Menschlichkeit mit mir in Kontakt tritt, tut er das ohne Bewusstsein seines wahren Wesens. Dann kommt er mit seiner Agenda, seinen super eng gestrickten Glaubenssysteme, die er auch mit Zähnen und Klauen verteidigt, mit seinem Bewusstsein der Dualität usw. usf. Und das ist dann schlicht unerträglich für mich. Ich lehne deshalb keinen Menschen ab, aber ich brauche wahrlich keine Nähe zu ihm.

Oft bin ich in meinem Alltagsleben damit konfrontiert, dass andere Menschen meine empfundene und ausgedrückte Liebe und meinen Zustand der Erleuchtung mit Überheblichkeit oder Größenwahn verwechseln. In fast allen Fällen wollen sie mich in eine bestimmte Richtung drängen, nämlich hinein in ihre kleine, enge Welt. Das funktioniert natürlich nicht. Und oft wollen sie Energie von mir stehlen, was genauso wenig funktioniert. Deshalb mögen mich viele Menschen nicht. Ich sage viele, nicht die Mehrheit. Die Mehrheit mag mich im Großen und Ganzen recht gern, auch wenn ich ihnen sonderbar erscheine. Aber sie spüren subtil, dass da in mir etwas ist, was sie auch gerne hätten.

Und so lebe ich meinen wunderschönen Alltag, der prall gefüllt ist mit Liebe, Freude und Perfektion. Und manchmal wünsche ich mir, es gäbe mehr erwachte Menschen, mit denen ich mehr soziales Leben pflegen könnte. Ich gehöre nämlich zu einer winzigen, winzigen Minderheit, die so etwas schon erlebt hat. Und das ist noch einmal ein Quantensprung.

Beitrag des Moments

Joyas heutiger Artikel hat mich inspiriert, über Freilernen zu schreiben, wie ich es hier im Grünhexenland erlebe. Ich wollte das ohnehin tun, jetzt bekam ich den Kick dazu. Das Thema Schule und Umgang mit Kindern und Jugendlichen beschäftigt mich sehr. Seit ich denken kann, fand ich das Lehren für mich faszinierend, schließlich war ich auch einmal selbst Lehrer in einer Schule. Schon oft habe ich Ideen gewälzt, wie ein neues Schulsystem aussehen könnte. Eine konsequente Freilerner-Familie hautnah mitzuerleben, hat meine diesbezüglichen Vorstellungen enorm bereichert.