Völlig energielos

Wo fange ich an? Es scheint ein umfangreiches Thema für mich zu sein. OK, chronologisch, das scheint mir gerade am einfachsten.

Bis voriges Jahr gab es Menschen in meinem Leben, die mir aktiv Energie stahlen. Wobei es voriges Jahr sehr, sehr wenige waren, früher einmal waren es viele. Und selbstverständlich war es ihnen nicht bewusst, sie handelten nicht in böser Absicht. In dem Maß, in dem mir der Energiediebstahl bewusst wurde, antwortete ich darauf. In manchen Fällen dadurch, dass ich mich von den Menschen trennte, wenn ich keine andere Möglichkeit sah.

Ich wusste aber auch, dass der aktive Energiediebstahl anderer Menschen nur die halbe Miete in meinem Energiehaushalt war. Ich neigte stark dazu, meine Energie einfach zu verschütten, sie jedem anzubieten. Mit anderen Worten, andere zu nähren. Auf dieses Spiel steigt fast jeder ein. Wenn ein Mensch seine Energie zur freien Entnahme anbietet, nimmt sie fast jeder. Nur sehr wenige, sehr bewusste Menschen spielen auch dieses Spiel des Sich-nähren-Lassens nicht mit, nehmen diese Energie einfach nicht an. Ich liebte es also, andere zu nähren, war mir dessen bewusst und zog auch hier die Konsequenzen. Eine deutlich sichtbare war die, Open Shaumbra zu schließen und stattdessen den Leuchtturm zu machen. Über dieses Nähren habe ich auch am Ende auf OS geschrieben. Ich ging im letzten Jahr ein paar wesentliche Schritte zu mir selbst.

Doch ich konnte es nicht lassen, ich nährte weiter. In sehr viel geringerem Ausmaß, aber ich tat es. Ich stellte in den letzten Monaten immer deutlicher fest, dass es so war. Gleichzeitig sah ich aber auch, dass es in meinem Leben fast keinen Menschen mehr gab, der sich von mir (passiv) nähren ließ. Ich habe wirklich gründlich aufgeräumt in meinem Leben. Dennoch sah ich deutlich, dass meine Energie flöten ging und ich auf der anderen Seite praktisch keine Energie anzog.

Hier bei Rupert gibt es zwei Kater, dir mir schön und deutlich meine innere Haltung zeigten. Wenn sie Hunger hatten, kamen sie vorzugsweise zu mir, nicht zu Rupert oder seiner Frau. Mit der Zeit steigerten sie ihr Verhalten. Sie waren fast den ganzen Tag um mich und schienen permanent was von mir zu wollen. Wenn ich einmal um 4h oder 5h früh munter wurde und aufs Klo ging, saßen sie schon vor meiner Tür. Ich war wohl manchmal nicht gut Freund mit dem schwarzen Kater, weil der mich besonders nervte, wusste aber in jeder Sekunde, dass er mir nur etwas zeigte. Er ist ein vorzüglicher Diener.

Ich spürte in mir noch immer diese Grundhaltung des Nährens, die Haltung, anderen etwas Gutes zu tun und weniger auf mich selbst zu achten. Ich spürte diese Bereitschaft, meine Energie anderen anzubieten. Vor wenigen Wochen traf ich eine Wahl: „Ich höre auf, andere zu nähren.“ Die Katzen reagierten sofort, sie belästigten mich kaum mehr. Und prompt meldete sich einer der ganz wenigen Menschen bei mir, der gerne ab und zu meine Energie beanspruchte. Ich freute mich über die Gelegenheit, entsprechend meiner Wahl zu antworten. Denn erst in so einer Situation zeigt sich, ob ich wirklich gewählt oder bloß einen Wunsch formuliert habe.

Ich wusste aber auch, dass selbst das nur ein Teil des Ganzen war. Rupert kann das bestätigen, ich habe bei dem eben beschriebenen Anlassfall mit ihm darüber gesprochen. Es gibt niemand mehr, der mir aktiv Energie stiehlt. Es gibt niemand mehr, der sich zumindest fallweise gerne von mir nähren lässt. Und dennoch ist ein riesiges Loch in meinem Energiehaushalt, das ich deutlich spüre. In den letzten Tagen und besonders heute überdeutlich. Letztes Jahr hatte ich ein paar Monate, bevor Adamus darüber sprach, zum ersten Mal das Bild, dass ich mir selbst Energie stahl. Das war eigentlich sogar recht deutlich und für mich zweifelsfrei. Ich sah, wie ich die Agenda mancher Aspekte spielte und mir dadurch Energie stahl. Adamus hat das dann ja auch bestätigt. Jetzt nehme ich das allerdings nicht mehr wahr. Das heißt, schon ein bisschen, aber das erklärt mir noch nicht meinen riesigen Energieschwund. Ich bin noch nicht dahinter gestiegen, was da los ist, ich spiele Verstecken mit mir.

Was ist nun in meinem Leben? Auf der einen Seite fühle ich mich immer energieloser (Genaueres in ein paar Sätzen). Auf der anderen Seite sehe ich, wie immer weniger Energie zu mir kommt. Es ist nicht nur das Geld, über das ich ja heuer schon ein paar Mal geschrieben habe. (Und jedes Mal, als ich darüber bzw. eine diesbezügliche Erkenntnis von mir geschrieben habe, war auch Bewegung im Geldfluss.) Obwohl das mit dem Geld schon witzig ist. So wenig Einnahmen, so eine Durststrecke wie heuer hatte ich definitiv in meinem ganzen Leben noch nie. Aber Geld ist ja nur eine Energie, nur eine Form von Energie. In meiner Wahrnehmung sehe ich schon lange, dass es da nicht ums Geld geht. Ich erlebe in keinem Lebensbereich eine wirkliche Unterstützung in meinen Vorhaben, auf meinem Lebensweg. Mal von Rupert abgesehen natürlich. Das ist auch keine Frage von Neuer oder alter Energie. Auch in der alten Energie war es normal, dass einem Menschen Dinge in den Schoß fielen, wenn er eine Wahl getroffen hatte. Mir fällt nichts in den Schoß, keine hilfreichen Menschen oder Situationen kreuzen meinen Weg. Mir fehlt der Wind unter meinen Flügeln. Ich fliege und habe nichts als Vakuum. Ganz klar, wohin mein Flug führt.

Dass ich fast ständig sehr müde bin, merke ich schon lange. Die Tendenz ist allerdings steigend. Ich schlafe mindestens acht Stunden am Tag und bin so richtig erschöpft. Die langen Spaziergänge, die ich seit einiger Zeit wieder mache, sind zwar gut für mein Bewusstsein, körperlich aber sehr anstrengend, obwohl ich mittlerweile mehr als langsam gehe. Wenn ich nach einem Spaziergang zurückkomme, muss ich mich gleich hinlegen. In der Früh (bei mir später Vormittag) nach dem Aufstehen brauche ich gute zwei Stunden, um in dieser Welt anzukommen. Davor bin ich zu nichts zu gebrauchen.

In meinen Beinen spüre ich am deutlichsten, dass da gar keine Energie drin ist. Manchmal wundere ich mich, dass ich noch stehen und gehen kann. Sie sind einfach leer. Zunehmend schmerzt mein rechter Fuß, er mag nicht mehr gehen. Heute beim Spazieren gehen glaubte ich, dass meine Arme gleich von mir abfallen würden. Das fühlte sich an, wie wenn man mit einer großen Spritze alles rausziehen würde, was drin ist. Ich fühle mich fast so kraft- und energielos wie damals 2006 in den letzten Monaten an meinem letzten Arbeitsplatz, wo ich nicht einmal mehr die Hand vom Schreibtisch heben konnte.

Physische Nahrung verpufft in meinem Körper wie nichts. Letzten Samstag erlebte ich ein signifikantes Beispiel. Ich bekam gleich nach dem Aufstehen ein wirklich sehr großes Schnitzel mit einer großen Portion Kartoffelsalat. Noch vor wenigen Monaten hätte ich das gar nicht essen können. Und hätte ich es gegessen, hätte ich mich den ganzen restlichen Tag kaum bewegen können. Diesmal aß ich es mit links. Ich fühlte mich zwar satt, aber nicht voll. Kurze Zeit später ging ich wieder was essen. Einige Tage zuvor aß ich zum Frühstück acht Brote mit Butter und Marmelade. Schwarze Kornbrote, nicht irgendein leichtes Zeug. Kurze Zeit später hatte ich wieder Hunger. Hunger ist mittlerweile mein Normalzustand.

Seit 33 Jahren wiege ich 65 kg bei einer Größe von 1,80 m. Laut Statistik Untergewicht, aber mein Idealgewicht. Von diesem Gewicht gab es nur in Extremsituationen eine Abweichung von 2 – 3 kg. Heute dachte ich mir, ich fühle mich, als ob ich nur noch 60 kg hätte. Also tat ich, was ich äußerst selten tue, ich stellte mich auf die Waage. 58 kg mit Bekleidung. Das war nur die eindrucksvolle Bestätigung meiner Wahrnehmung, dass ich völlig energielos bin.

Ich weiß nicht, was ich tue, ich weiß nicht, was los ist. In mir gibt es eine Schleuse, die Energie raus lässt und keine rein. Viel leerer kann ich nicht mehr werden. Wenn das so weiter geht, werde ich noch einmal in meinem Leben zum Energiedieb. Naja, wahrscheinlich doch nicht, denn das ist das einzige, wovor ich noch Angst habe, anderen Menschen Energie zu stehlen.

Witzig in der ganzen Situation ist ja, dass ich das ziemlich locker nehme, obwohl ich völlig ratlos bin. Beispielsweise habe ich in der Zeit der größten finanziellen Depression, die ich erlebt habe, aufgehört, mir Sorgen ums Geld zu machen, weil sie mich nur mehr nervten. In diese Sorgen ist auch ein guter Teil meiner Energie gegangen. Naja, trotzdem habe ich jetzt noch weniger Energie. Tippen geht gerade noch. ;-)

Das Unschöne dabei ist, dass ich nichts mehr tue, was mir Freude macht. Denn all diese Aktivitäten sind zum Muss geworden, damit ist die Freude weg. Und ob meiner Energielosigkeit kann ich mich sowieso zu nichts aufraffen. Außer jetzt darüber zu schreiben, das gefällt mir.

Wenn ich ratlos bin, spiele ich das Schöpferspiel. Da kriege ich immer die passende Antwort. Also spielte ich heute und fragte: „Wo bzw. wie verschütte ich meine Energie?“ Die Antwort war mein Blog Was ist eigentlich meins?. Ich dachte nur: „Eh klar.“ Ich las also den Text und fühlte die stärkste Resonanz relativ am Anfang, als ich darüber schrieb, dass ich Gefühle der Masse empfinde. Das mit den fremden Glaubenssystemen war in diesem Fall nicht so zutreffend. (Grundsätzlich aber sehr wohl.) Ja, ich befasse mich ja auch damit, wie die Masse von Banken und Regierungen bis aufs Blut ausgesaugt, ausgelaugt und ausgebeutet wird. Und frage mich, wann die Leute endlich „Schluss!!!“ sagen. Besonders die Deutschen scheinen eine nicht enden wollende Leidensfähigkeit zu besitzen.

Und jetzt, wo ich das schreibe, fallen mir einige Begebenheiten vom letzten Jahr im Grünhexenland ein. Wenn Petz, Joya oder Lisa von körperlichen Schmerzen erzählten, spürte ich sie kurze Zeit später. Nicht als Schmerzen, aber ich fühlte das in meinem Körper. Das war aber harmlos. Wenn das, was ich jetzt nicht nur spüre, sondern lebe, das ausgelaugte Gefühl der Masse ist, dann bin ich selbstmörderisch blöd, denn damit zerstöre ich mich selbst. Da muss das Mitfühlen ein Ende haben.

Wie auch immer, so richtig Klick hat es noch nicht gemacht bei mir. Das sollte es aber bald, denn das Spiel „Alle Energie weg von mir, keine her zu mir“ kann ich wirklich nicht mehr lange spielen. Weder physisch noch psychisch.

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