Das Leben nach der Arbeit

Am 12. April habe ich mich wieder einmal mit Martin Schöttel getroffen, um ein Video zu machen. Das Thema war diesmal Afterwork. Gemeint ist nicht eine Veranstaltung, die am Abend nach der Arbeitszeit stattfindet, sondern das Leben nach der Arbeit. Martin hat Ende März aufgehört zu arbeiten. Die Firma, in der er viele Jahre lang gearbeitet hatte, sperrte zu, der Inhaber ging in Pension. Mit Arbeit meine ich hier übrigens dezidiert Erwerbsarbeit, also Arbeit, die zum Geldverdienen dient. Martin arbeitet natürlich ständig, er ist sehr kreativ.

Nun stellt sich Martin Fragen, die so typisch sind für erwachende und erwachte Menschen: Soll ich mir einen neuen Job suchen? Will ich eigentlich einen Job haben? Wie soll es weiter gehen? Kann ich auf andere Weise das notwendige Geld für meinen Lebensunterhalt verdienen? Oder kann ich wirklich den Sprung ins kalte Wasser wagen und nichts tun, um Geld zu verdienen? Einfach nur das tun, was ich wirklich will und wonach mir gerade ist? Wird für mich gesorgt sein? Kann ich das nötige Vertrauen aufbringen?

Jeder Mensch kommt auf seinem Pfad der Erleuchtung an diesem Punkt vorbei, er ist unausweichlich und unumgänglich. Die überwiegende Mehrheit der Erwachenden zögert diesen Punkt hinaus bis zum Gehtnichtmehr. Das ist sehr verständlich. Das Überschreiten dieser Schwelle bedeutet den totalen Paradigmenwechsel und verlangt absolutes Vertrauen. Vertrauen nicht in irgendwen oder irgendetwas, sondern Vertrauen in sich selbst.

Muss ich wirklich etwas tun, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen, wie es mir die ganze Welt ständig weismacht? (Egal ob selbständig oder unselbständig.) Oder kann ich Wohlstand tatsächlich einfach so haben, aus mir heraus? Traue ich mich, diese Schwelle zu überschreiten? Es ist die Schwelle zu dem, was Adamus das Ahmyo-Leben nennt.

Das ist der Punkt der Punkte. Souverän oder nicht souverän. Frei oder nicht frei. Schöpfer oder Opfer. Deshalb war es für mich sehr spannend, dieses Video zu machen.

Übrigens haben sich hier zwei Video-Amateure einmal daran gemacht, etwas Neues zu erschaffen. Statt einer Kamera drei. Naja, die Kameras waren schlecht positioniert, der Ton ist auch suboptimal. Wir spielten ganz einfach, ohne groß nachzudenken. Und beim Spiel haben wir so viel gelernt, dass unser nächstes Video perfekt wird. smiley Martin hat mit unendlicher Geduld und viel Geschick aus dem vorhanden Videomaterial einen super Schnitt gemacht, sodass das Ergebnis jetzt viel besser aussieht, als ich erwartet hatte. Deshalb steht auch sein Copyright drauf.

Martin im Internet: http://projektichbin.info

Beitrag des Moments

Der erwachende Mensch hängt ja oft – und oft für längere Zeit – in Gedanken und Sorgen. Er versucht herauszufinden, was da in seinem Leben vorgeht, wo er steht, was er tun möchte und was er tun kann, um endlich an sein Ziel zu gelangen. Und natürlich bearbeitet er seine Themen, die er sieht. Manchmal bringt ihn dieses Grübeln auf eine zündende Idee, doch meistens ist dieses Befasstsein mit sich selbst nicht fruchtbringend, im Gegenteil, es hält den Menschen im Problembewusstsein.